Kater Lucky: Ein Krankenpfleger auf vier Beinen

ZUSAMMENARBEIT VON TIERARZT UND TIERHEILPRAKTIKER

THP 6 20 Page42 Image1Melanie Gonnermann ist Tierheilpraktikerin und seit über 5 Jahren Tierarzthelferin bei einer erfahrenen Tierärztin in Unterrißdorf-Eisleben. Sie erzählt uns spannende Geschichten aus dem Praxisalltag.

Lucky und ich zogen fast gemeinsam in die Praxis ein. Lucky war ein wunderschöner schwarzer Kater, geschätzt 2 Jahre alt. Er war beim Klettern aus dem Fenster gefallen und hatte sich so schwer verletzt, dass sein Bauch offen war. Er musste sofort operiert werden, verkraftete die OP aber gut und war bald wieder auf den Beinen. Bis dahin war Luckys Geschichte nichts Außergewöhnliches, doch nach seiner Genesung holten ihn seine Besitzer einfach nicht mehr ab. Sie reagierten weder auf Anrufe noch auf Briefe. Für Katzen und Hunde in solch einer Situation bedeutet das in der Regel, dass man sie ins Tierheim bringt, in der Hoffnung, dass sich ein anderer Besitzer für das Tier findet. Wir jedoch entschieden uns dafür, Lucky nicht ins Tierheim zu übermitteln, sondern ihn zu behalten.
Bis zu seiner vollständigen Genesung sollte er auf unserer Krankenstation in einer großen Box bleiben und dann … mal sehen. Er erholte sich gut von seiner schweren Operation und erzeugte den Anschein, als würde er sich mit den anderen Tieren unterhalten, was anfangs ziemlich lustig war, mir aber schließlich nicht mehr aus dem Kopf ging.

AUCH KATZEN BRAUCHEN EINE AUFGABE

Nach seiner vollständigen Genesung wollten wir Lucky wieder rauslassen, denn er war in seinem alten Zuhause auch als Freigänger gehalten worden, aber erstaunlicherweise wollte er nicht. Stattdessen fing er an, sich um die kranken Tiere zu kümmern. Er schmuste mit ihnen und wollte zu ihnen in die Box. Und ich hatte das Gefühl, dass die Tiere durch ihn entspannter reagierten.
Insgesamt war Lucky ein toller Kerl. Er holte mich jeden Morgen vom Parkplatz ab und bekam dafür ein Stück Käse von mir. Er war wie ein Hund. Wenn ich ihn gerufen habe, kam er sofort angelaufen. Er machte es sich zur Aufgabe, unsere Patientenbesitzer zu unterhalten.
Vor Hunden hatte er keine Angst. Er war so selbstbewusst, dass sich kein Hund traute, ihm zu nahe zu kommen.

ALLES KOMMT OFT ANDERS, ALS MAN DENKT

Wir hatten viel Spaß mit ihm – dann wurde er plötzlich krank. Lucky hatte hohes Fieber und schlimmen Schnupfen. Ich machte mir große Sorge um ihn. Wir behandelten ihn mit homöopathischen Medikamenten und kolloidalem Silber, das er dreimal täglich in die Nase bekam. Das gefiel ihn natürlich gar nicht, aber er vertraute mir und ließ es über sich ergehen. Dann habe ich seine Nase gelasert und päppelte ihn wieder auf. Natürlich halfen auch Streicheleinheiten und eine Wärmflasche. Schon bald ging es ihm gut und er konnte seinem Job als Krankenpfleger wieder nachgehen.
Im Sommer 2018 verstarb Lucky dann an einer vermutlich vergifteten Maus. Ich bin heute noch sehr traurig darüber und er fehlt mir sehr. Diese Geschichte zeigt, wie auch Tiere sich engagieren und gegenseitig helfen können. Sie empfinden vielleicht Mitleid und sind füreinander da, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ein Charakterzug, der auch uns Menschen sehr gut täte.

MELANIE GONNERMANN MELANIE GONNERMANN
TIERHEILPRAKTIKERIN
TIERARZTHELFERIN

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Futterberatung, Laserakupunktur, Bioresonanztherapie, Novafontherapie

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Foto: © F. Anatoly – Adobe

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