IBD (INFLAMMATORY BOWEL DISEASE) - Chronische Darmentzündung beim Hund

Mein Hund hat IBD, laut Fachliteratur eine chronische Darmentzündung mit ungeklärter, unbekannter Ursache. Aber ist das wirklich so? Sind Herkunft und Ursache tatsächlich nicht erkennbar?

Ich bin seit 2016 Tierheilpraktikerin und arbeite seitdem täglich in meiner Praxis mit Hunden, die dieses Krankheitsbild mit folgenden Symptomen haben:

  • THP 6 20 Page20 Image1wiederkehrender wässriger bis blutiger Durchfall
  • Schlittenfahren und After lecken
  • Magen- und Darmkrämpfe
  • wechselnde Kotkonsistenz
  • häufiger Kotabsatz
  • Blähungen
  • Darmgeräusche
  • ab und zu Erbrechen
  • Fieber und Erschöpfung
  • Gewichtsverlust
  • starke Schmerzen bei Druck im Darmbereich

Die Erkrankung zeigt sich in Schüben. Aber woher kommen diese? Und kann man die Krankheit in den Griff bekommen? Ich sage ganz klar: Ja. Mit intensivem Management, Offenheit und ganz viel Aufmerksamkeit für seinen Hund kann man die chronische Darmentzündung zur Ruhe bringen und seinem Hund Entlastung schaffen.

ES GIBT NOCH KEINE STUDIEN, ABER ES ZEIGT SICH EIN WIEDERKEHRENDES PATIENTENBILD

Zur chronischen Darmentzündung gibt es leider noch keine schulmedizinischen Studien, aber man kann durch Erfahrung und Austausch definitiv Schlüsse dazu ziehen. Es ist fast immer derselbe Ablauf, der sich bei der Anamnesebefragung zeigt. Es sind meistens Hunde, die sehr nervös ängstlich und angespannt sind, die schnell auf äußere Reize reagieren und allgemein schneller Stress haben als andere Hunde. Oft sind es Hunde aus dem Tierschutz, von Vermehrern, oder es stellt sich heraus, dass das Muttertier während der Trächtigkeit extremen Stress hatte. Der nächste Punkt sind Reize, die von außen in den Organismus des Hundes eingreifen, z.B. aufgrund von Fehlfütterung.
Diese können die regelmäßige Zuführung von chemischen Substanzen wie Wurmkuren, Anti-Parasiten-Nervengifte und Sprays sein, aber auch Halsbänder, sogar eine Impfung kann IBD auslösen. Als Impfschaden tritt die Symptomatik der IBD kurz nach der Impfung auf. Genauso ist es bei meinem eigenen Hund passiert. Dies zeigt sich zudem in Gesprächen mit Hundebesitzern.
Auch die Fütterung durch negative Futterreize und qualitativ minderwertiges Futter kann zu dieser Reaktion führen. Die Futtermittelindustrie bindet leider immer wieder Zusätze ein, die ein Hund nicht regelmäßig benötigt, z.B. Kräuter oder andere immunmodulierende Stoffe. Keine Frage, Kräuter sind gut für den Hund und können heilende Dienste leisten, aber nicht als regelmäßige Gabe über das Futter. Diese greifen bei längerer Gabe ins Immunsystem ein und lösen dort Reize aus. Auch die extreme Verarbeitung des Fleisches im Futter, erhöhte Zugabe von Getreide und Dingen, die nicht ins Futter und unsere Hunde gehören (z.B. Plastik oder Gummi), können den Darm und somit das Immunsystem reizen.
Das heißt, der Hund zeigt in der Praxis immer dasselbe Bild: Angsthund, fehlerhafte Fütterung, Reize durch bestimmte Substanzen.

IBD IST EINE IMMUNREAKTION

Durch dieses Zusammenspiel und die ständig wiederkehrenden Reize entsteht im Darm ein schleichender Entzündungsprozess. Die Darmschleimhaut (Mucosa) baut sich ab und das Immunsystem kann nicht mehr richtig arbeiten. Im Darm sitzt das Mikrobiom, das für die Darmflora zuständig ist und die Biose reguliert. Die Bakterien, die für ein Gleichgewicht im Darm sorgen, werden durch den Abbau der Schleimhaut zerstört und können sich nicht mehr richtig ansiedeln, es kommt zur Dysbiose, also zum Schleimhautabbau als Immunreaktion, was schließlich zur IBD führt. Der Darm gerät in ein völliges Ungleichgewicht – das Immunsystem kann nicht mehr richtig reagieren und eine Allergie entsteht. Jeder Hund mit IBD-Symptomatik hat daher auch „plötzlich“ eine Allergie auf bestimmte Proteine und andere Stoffe.

IBD WIRD OFT NICHT RICHTIG BEHANDELT – DIE FOLGE IST DAS LEAKY-GUT-SYNDROM

Bleibt die Diagnose der IBD lange unerkannt, sodass die Symptome bei jedem Schub mit Schmerzmitteln etc. therapiert werden, baut sich die Darmschleimhaut immer weiter ab. Die Darmwand wird durchlässig und der Darm kann an bestimmten Passagen keine Nährstoffe mehr aufnehmen oder diese richtig verwerten. Der Hund baut meist an den Hinterbeinen an Muskelmasse und insgesamt an Gewicht ab, es kommt zum Leaky-Gut-Syndrom, dem durchlässigen Darm. Dies zeigt sich häufig bei Hunden, bei denen die Problematik schon länger besteht und die nicht richtig therapiert wurden. Erkennen lässt sich dies mittels Kotuntersuchung am erhöhten Zonulin, einem Proteinwert, was wiederum die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut erhöht. Wiederaufbau und Heilung stellen einen langwierigen naturheilkundlichen Therapieprozess dar, der aber bei guter Mitarbeit des Patientenbesitzers erfolgversprechend ist.

DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE IN ENGER VERBINDUNG

Ein akuter IBD-Schub geht immer mit einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) einher. Genau genommen ist bei einem akuten Schub der gesamte Gastrointestinaltrakt zu ca. 99 Prozent entzündet, also auch der Magen, die Bauchspeicheldrüse, Dünn- und Dickdarm. Ein derartiger Schub gilt als Notfall, sodass hier immer ein Tierarzt aufgesucht werden muss. Schulmedizinisch wird dann mit Schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln gearbeitet. Aber auch naturheilkundlich kann man die Therapie mit Mucosa comp., Nux vomica Homaccord, Spascupreel und – aufgrund der Beteiligung der Bauchspeicheldrüse – mit Pancreaticum suis unterstützen.

DIAGNOSEVERFAHREN

Um aus der Differenzialdiagnostik herauszukommen und eine IBD zu diagnostizieren, sollten die folgenden diagnostischen Verfahren durchgeführt werden:

  • Untersuchung des Kots mit folgenden Parametern: Mikroskopische Nahrungsausnutzung, Pankreatische Elastase, Durchfall-Darmflora-Screen
  • Urinanalyse: Entzündungswerte, Dysbiose, ph-Werte etc.
  • Fell- und Haaranalyse (evtl. auch über Speichel) per Frequenzanalyse/Bioresonanz austesten lassen (Organsysteme, Umweltgifte, Allergene etc.)
  • Blutuntersuchung: Entzündungswerte, Pankreas, Folsäure, Vitamin B12

Als Tierheilpraktiker hat man in der eigenen Praxis zuerst einmal die Möglichkeit, den Urin zu untersuchen. Auch dabei können eine Dysbiose, der ph-Wert, die Entzündungswerte und die Darmperistaltik ermittelt werden.
In der Kotprobe zeigt sich, ob die Nahrung noch korrekt aufgespaltet und verwertet wird, ob die Bauchspeicheldrüse richtig arbeitet und ob eine Dysbiose vorliegt. Die Ermittlung des ph-Wertes ist ebenfalls wichtig. Dieser sollte durch ein gutes THP-Labor bestimmt werden. Da aufgrund der Immunreaktion meistens Allergien auftreten, sollte man zusätzlich eine Haaranalyse per Bioresonanz austesten lassen. Hierbei werden die Parameter Futtermittel, Umweltgifte, Inhalationsallergene und betroffene Organsysteme analysiert. Wichtig ist eine ergänzende Blutuntersuchung, damit Pankreaswert, Leukozytenzahl, Folsäure und Vitamin B12 bestimmt werden, die gute Hinweise auf entzündliche Prozesse in Dünndarm und Dickdarm geben können, falls Mängel vorliegen. Ist die IBD diagnostiziert, sollte man sein Augenmerk auf folgende Punkte legen: Gutes Management, Fütterung anpassen und naturheilkundlich vorgehen, um weitere Schübe zu vermeiden.

THP 6 20 Page22 Image1PARASITEN UND BAKTERIEN HABEN EINE BESSERE CHANCE

Bei einem IBD-Hund liegt immer ein starkes Ungleichgewicht im Darm, eine Dysbiose vor. Daher ist es wichtig, alle 2 – 3 Monate, wenn möglich sogar einmal monatlich den Kot einzuschicken und einen Darmflora-Screen machen zu lassen. So lässt sich feststellen, welche Bakterien/Parasiten im Darm Überhand nehmen. Dieser Bakterien-/Parasitenüberschuss ist bei IBD-Hunden oft ein Nebenschauplatz. Der Kot wird dünner und schleimiger, der Besitzer denkt an einen erneuten Schub. Doch häufig ist dies dem Bakterien-/Parasitenüberschuss geschuldet. Auch ein Wetterumschwung mit plötzlichen Hitzewellen kann bei betroffenen Hunden einen Reiz darstellen und zu Problemen mit Bakterien wie Escherichia coli, Giardien, Clostridien oder Proteus führen. Auch hier kann sehr gut naturheilkundlich eingegriffen werden. Erfolge zeigen sich z.B. durch die Gabe von Kräutermischungen, die speziell für den Darmaufbau und die Darmreinigung geeignet sind, sowie speziellen Probiotika, die die Dysbiose beim Hund beseitigen helfen.

ROHFÜTTERUNG IST BEI IBD EIN NO-GO

In einigen Studien der Universität Hannover und auch aus der Erfahrung in der Praxis hat sich gezeigt, dass bei einem IBD-Hund eine Rohfütterung kontraproduktiv ist. Vor allem während eines akuten Schubes und der ersten Regenerationszeit danach sollte auf das Füttern von rohem Fleisch und anderen ungekochten Lebensmitteln verzichtet werden. Ebenso können Getreide und Milchprodukte wie Käse, Frischkäse und Milch einen erneuten Schub auslösen. Dies liegt daran, dass eine Rohfütterung mehr Bakterien enthält, die Verdaulichkeit schwieriger ist und dass Milchprodukte sowie Getreide eine Immunreaktion auslösen können. Hunde, die weiter mit rohem Fleisch gefüttert wurden, reagierten mit Krämpfen und blutigem Durchfall, also einer starken Entzündung des Darms. Um den Gastrointestinaltrakt bei einem akuten Schub zu beruhigen, sollte zunächst spezielles Darmfutter gegeben werden. Dies hat sich bei allen meinen Patienten bewährt, was sicher daran liegt, dass dieses spezielle Trockenfutter einerseits immer dieselbe Zusammensetzung, Größe und Verdaulichkeit besitzt und andererseits nur sehr wenige reizgebende Stoffe enthält. Hat sich 2 – 3 Monate nach der Behandlung der Darm beruhigt, kann man damit beginnen, für den Hund zu kochen. Hierbei sollte fettarmes Protein, wie Hühnchen oder Pute, mit Reis, gutem Öl und leicht verdaulichem Gemüse zubereitet werden. Das Gemüse sollte aufgrund der vorliegenden Pankreatitis püriert werden. Als gut verträglich haben sich Zucchini, Pastinake, Kartoffel und Broccoli, alles weichgekocht, bewährt. Dies wirkt sich positiv auf das Mikrobiom aus.

NATURHEILKUNDE – DIE EINZELNEN SCHRITTE

Schleimhautregeneration
Hier empfiehlt sich der Aufbau mit Huminsäure. Die enthaltenen natürlichen Huminstoffe bedecken und beruhigen die Nervenenden in den Schleimhäuten von Magen und Darm und unterstützen somit die Abwehrkräfte. Die Austrocknung durchlässiger Schleimhäute wird gehemmt, das darmgebundene Immunsystem positiv moduliert und entlastet. Unerwünschte Stoffwechselprodukte des Körpers, der Darmflora und der Umwelt können gebunden und aus dem Körper transportiert werden. Somit trägt Huminsäure im erheblichen Maß zur Aufrechterhaltung physiologischer Normalzustände bei. Die Verdaulichkeit des Speisebreis wird verbessert und seine Aufenthaltsdauer im Darm reguliert. Die Gabe von Huminsäure gilt bei IBD als Langzeittherapie und sollte möglichst immer ins Futter gemischt werden.

THP 6 20 Page23 Image2Enzymtherapie mit Heilpilzen
Etwas, das nicht nur meinem Hund sehr geholfen hat, war die Mykotherapie. Dabei werden einzigartige Pilzenzyme, die nur in der Natur vorkommen und dazu beitragen, die Entzündung stark zu hemmen, die Mucosa zu regenerieren und die Nerven im Darm wiederherzustellen, verwendet. Zusätzlich schützt die Mykotherapie die Darmschleimhaut vor neuen Reizen und führt zum schnelleren Abbau entzündlicher Prozesse. Oft höre ich in der Praxis: „Ja, Pilze haben wir schon probiert, das hat leider nichts gebracht.“ Hier muss jedoch dringend eine Abgrenzung zu „Vitalpilzen“ vorgenommen werden, die nur aus getrockneten, wieder aufgekochten und dann nochmal getrockneten Fruchtkörpern bestehen und somit rein vitalisierende Eigenschaften haben. Richtige Heilpilze, die auch zur Therapie geeignet sind, sollten unter Betreuung eines Therapeuten verabreicht werden, denn diese Therapie muss einschleichend erfolgen, da es zunächst zu einer Erstverschlimmerung kommen kann. Im Fortlauf der Therapie zeigt sich aber immer wieder, wie effektiv die Wirkungsweise einer Mykotherapie ist. Sie kann bei IBD als Langzeittherapie mit wechselnden Kuren empfohlen werden.

THP 6 20 Page23 Image1Ansiedlung der guten Bakterien – Herstellung einer gesunden Biose (Mikrobiom)
Für Hunde sind viele probiotische Präparate wie Baktisel, SymbioPet, Enterocomp, TopinPur, DiaDog, SymbioDog etc. auf dem Markt erhältlich – ein Dschungel voll mit Darmbakterien. Aber was hilft wirklich, was wird von der Darmschleimhaut aufgenommen und siedelt sich im Darm wieder an? Zum einen kann man hier selbst testen, was der Hund gut verträgt, zum anderen zeigt sich in der Praxis, dass ein Humanpräparat sehr gute Dienste für den Hundedarm leisten kann. Denn SymbioFlor Pro 1 + 2 als Folgekur wirken sehr effektiv beim Hund. Auch Baktisel unterstützt den Hund bei seiner Dysbiose.

Verdauungsenzyme zur Entlastung des Pankreas
Zu Beginn der ersten Kur oder nach dem ersten Schub zeigt sich, dass eine Zufütterung von Pankreatin (Pankreas-Verdauungsenzym) das Pankreas sowie den kompletten Gastrointestinaltrakt entlastet. Nach einer Verabreichung von 4 – 6 Monaten kann man die Zufütterung reduzieren und beobachten, ob der Hundeorganismus auch wieder gut alleine verdauen kann. Entsprechend könnte man das Pankreatin bei einem guten Allgemeinzustand komplett ausschleichen.

Adaptogene Kräuter gegen leichte Reizbarkeit
Hunde, die häufig und schnell gestresst und bestimmten Stresssituationen immer wieder ausgesetzt sind, können mit adaptogenen Kräutern unterstützt werden. Wenn es das Management nicht verhindern kann, dass der Hund aufgrund bestimmter Lebensumstände immer wieder negativen Stress hat, kann ihm mit adaptogenen Kräutern geholfen werden.

WAS SIND ADAPTOGENE?

Seit Mitte der 1950er-Jahre werden einige Naturprodukte als Adaptogene bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „to adapt“ (anpassen) ab. Definiert wurde der Begriff von Nikolai Vasilevich Lazarev, der in manchen Naturprodukten das Potenzial sah, bestimmten Stressfaktoren effektiv entgegenzuwirken. Bei Adaptogenen handelt es sich demnach um Naturprodukte, die dem Körper helfen, sich an den Alltag anzupassen. Sie erhöhen die Toleranzgrenze des Körpers bei strapazierenden Umweltbedingungen, helfen dem Körper dabei, in Stresssituationen cool zu bleiben und bringen den Körper wieder ins Gleichgewicht. Zu diesen Pflanzen gehören u.a. Ginseng, Rosenwurz, Brennnessel, Ashwagandha, der Heilpilz Cordyceps, die Taigawurzel und Maca aus Südamerika.

FLANKIERENDE KUREN UND ZUSÄTZE

Was kann man noch tun, um einen IBD-Hund zu unterstützen, Schüben vorzubeugen und den Darm möglichst gesund zu halten? Heilkräuter-Kuren von 10 – 14 Tagen sollten im Wechsel mit ins Futter gegeben werden. Hier ist es wichtig, dass eine darmausschabende, parasitentötende Mischung dabei ist, denn IBD-Hunde haben aufgrund der Dysbiose häufig Probleme mit Darmparasiten. Um einem Befall vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken, kann eine WurmParasitenmischung über 10 Tage gegeben werden. Bei akutem und wintensivem Befall kann man das pflanzliche Mittel Kamala (ein Wolfsmilchgewächs) verabreichen. Hier ist aber Vorsicht geboten; bei einem IBD-Hund sollte extrem einschleichend in sehr kleinen Mengen dosiert werden, da der Reiz der Inhaltsstoffe bei IBD-Hunden minimal sein sollte. Des Weiteren kann ich Kräuterkuren mit Schleimdrogen, Aloe-Vera-Saft und Kräutermischungen, die entzündungshemmend wirken, empfehlen. Eine Zufütterung von guten Ölen wie Kokos-, Nachtkerzen-, Hanf- und Lachsöl empfiehlt sich ebenso wie die Gabe von Vitamin B12.

GUTES MANAGEMENT IST DAS A UND O

Es gibt also immer eine Ursache oder einen Grund, warum sich die IBD manifestiert und etabliert.
Wird die Diagnose IBD gestellt, was in der Regel nach dem ersten Schub der Fall ist, ist ein konsequentes Management des Besitzers von entscheidender Bedeutung. Viele Hunde mit IBD werden leider immer noch eingeschläfert, was auf eine unzureichende Betreuung und oft auch eine fehlerhafte Diagnostik zurückzuführen ist. Entscheidend zur Vermeidung weiterer Schübe und einem Entgegenwirken von schlimmeren Entzündungsprozessen ist folgende Vorgehensweise:

  • Finden Sie heraus, welche Allergien beim Hund vorliegen.
  • Vermeiden Sie chemische Medikation mit Wurmkuren, Spot-ons, Impfungen etc.
  • Führen Sie ein gutes Futtermanagement durch – sehr fettarm füttern.
  • Füttern Sie spezielles Darmfutter, um Ruhe ins Geschehen zu bringen.
  • Vermeiden Sie Rohfütterung (zu viele Reize durch Bakterien).
  • Kochen Sie kurweise selbst „Schonkost“.
  • Vermeiden Sie Experimente mit Leckerli und Kauartikeln.
  • Geben Sie keine „Topings“ ins Futter.
  • Schützen Sie den Hund vor plötzlicher starker Hitze.
  • Führen Sie mindestens alle 2 Monate einen kompletten Darmflora-Screen mit parasitologischer Untersuchung und pankreatischer Elastase durch.
  • Vermeiden Sie starken Stress und Angstsituationen.
  • Fördern Sie naturheilkundlich die Regeneration der Darmschleimhaut, die Ansiedlung einer guten Darmflora (Mikrobioms) mit Probiotika, unterstützen Sie Schleimhautaufbau und Immunsystem.
  • Führen Sie alle 2 Monate eine darmreinigende Kur durch spezielle Futtermaßnahmen durch.
  • Unterstützen Sie den Hund während eines Schubes naturheilkundlich.
  • Suchen Sie bei einem akutem Schub einen Tierarzt auf.

Wenn man sich als Besitzer an diese Punkte hält, kann ein IBD-Schub vermieden werden. Man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, das ein IBD-Hund niemals einen ganz normalen Kot absetzen wird. Der Kot wird immer wieder weicher sein und auch mal Schleim und etwas Blut enthalten. Der IBD-Hund ist immer etwas „lurig“ und nicht so fit wie ein gesunder. Solange er aber keine Schmerzphasen, Krämpfe oder Blähungen hat und aktiv am Leben teilhaben kann, darf man mit der Lebensqualität zufrieden sein. Mein eigener Hund hat auch immer wieder Tage, an denen ich an einen neuen Schub denke. Aber bisher, und das jetzt seit über einem Jahr, haben wir die IBD mit gutem Management und Naturheilkunde im Griff. Sollte bei Ihrem Hund eine IBD diagnostiziert worden sein oder Sie den Verdacht auf Vorliegen einer IBD haben und Unterstützung brauchen, stehe ich Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

NADINE SCHATEN NADINE SCHATEN

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