Die häufigsten Hufkrankheiten beim Pferd

Häufige Hufkrankheiten: Hufrehe, Hufgeschwür, Strahlfäule

AdobeStock 143485371HUFREHE

Die Frage nach den häufigsten Hufkrankheiten beim Pferd kann man nicht pauschalisieren, da dies immer von bestimmten Faktoren abhängig ist, wie das Beispiel Hufrehe zeigt. Sie kann verschiedene Ursachen haben, auch wenn klar ist, dass eine aseptische Entzündung diffuser Art vorliegt. Bei der Hufrehe löst sich die Kapsel des Hufs langsam von der Lederhaut ab, wobei man zwischen Belastungsrehe, Futterrehe, Geburtsrehe, Vergiftungsrehe und Medikamentenrehe unterscheidet. Ebenso kann eine Hufrehe als sekundäres Symptom bei einem Cushing-Syndrom oder einer Erkrankung der Schilddrüse auftreten. Die Vielzahl der Ursachen macht es manchmal schwierig, den Auslöser genau zu diagnostizieren. So kann z.B. auch eine Kolik vorgelegen haben, die im Nachgang zu einer Darmentzündung führt. Auch Giftpflanzen, z.B. die Robinie oder Herbizide, Pestizide, Schimmelpilze und Pilzsporen können zu einer Hufrehe führen.

HUFGESCHWÜR

Beim Hufgeschwür handelt es sich um eine eitrige Entzündung zwischen Sohlen- und Wandhorn, teilweise auch der Huflederhaut. Man kann sagen, dass sich hier aus einer Art Zyste eine Eiterblase bildet. Vergleichbar eines Blutergusses unter dem Fuß eines Menschen, der sich entzündet. Problematisch ist beim Pferd, dass sich das Hufgeschwür erst sehr spät diagnostizieren lässt, zum Teil sogar unentdeckt bleibt. Dadurch kann sich diese Eiterblase über den Kronrand bzw. den Kronsaum ausbreiten und dann rupturieren. Mit viel Glück bildet sich sekundär eine Hornsäule. Pferde zeigen oft erst im letzten Stadium des Hufgeschwürs mittelbis hochgradige Lahmheiten. Das Gute daran ist, dass man durch Abtasten bzw. eine Druckprobe das Areal der Zyste oder Eiterblase gut eingrenzen kann. Auch lässt sich oft noch eine Pulsation im Bereich der Fessel spüren. Ist das bei den Hufen eines Gliedmaßenpaares der Fall, sollte man differenzialdiagnostisch an eine Hufrehe denken.

STRAHLFÄULE

Die Strahlfäule ist eine gängige und leider hausgemachte Erkrankung, die auf Haltungsmängel bzw. mangelnde Hufpflege zurückzuführen ist. Es handelt sich um eine bakterielle Erkrankung, die bei fast allen Huftieren vorkommt, schwerpunktmäßig beim Pferd. Das Strahlhorn wird durch Bakterien angegriffen und zersetzt. Der Strahl, der von Fäulnisbakterien befallen ist, entwickelt einen Fäulnisgeruch, der schon in unmittelbarer Nähe des Pferdes wahrzunehmen ist. Ursache dieses Prozesses ist das Fusobacterium necrophorum, das auch für die Moorhinke bei Schafen verantwortlich ist. Häufig werden Strahlfäule und die Zersetzungsprozesse des Strahlhorns durch falsche Behandlung des Pferdebesitzers weiter vorangetrieben. Die Bakterien vermehren sich anaerob und werden durch das Einreiben mit Salben und Lotionen gefördert. Früher wurde Hufteer gegen Strahlfäule benutzt, da man noch nicht wusste, dass es sich beim Auslöser um anaerobe Bakterien handelt. Das A und O einer Behandlung ist das Abtöten bzw. Eliminieren der Fäulnisprozesse. Dazu gibt es verschiedene Vorgehensweisen und Mittel, z.B. Providon-Iod oder Wasserstoffperoxid. Auch kam früher bei schlechtem, weichem Huf oder fauligem Strahl purer Essig zum Einsatz. Heute weiß man, dass hier unbedingt eine individuelle Absprache mit Hufpfleger, Hufschmied und Tierarzt zu halten ist. Die Strahlfäule wird leider oft mit einem ausgefransten Strahl verwechselt und präventiv behandelt, sobald auch nur der Verdacht auf Strahlfäule besteht. Dies kann sich jedoch schädlich auf die Konsistenz des Strahlhorns auswirken. Solange der Strahl nicht nach Schwefel bzw. faulen Eiern riecht, kann davon ausgegangen werden, dass es sich nicht um eine bakterielle Strahlfäule handelt.

THP 3 20 Page23 Image4DIRK RÖSE
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Physiotherapie, Chiropraktik, Leiter der VDT-Lehrpraxis, Dozent an den Paracelsus Schulen

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