Ektoparasiten: Informationen vom Labor Vetscreen

Zecken, Flöhe, Milben & Co.

MIT DEM FRÜHJAHR KOMMEN DIE PLAGEGEISTER

Mit den lang ersehnten Frühlingstemperaturen steigt nicht nur unser Wohlbefinden, es treten leider auch Plagegeister wie Zecken, Flöhe, Milben & Co. vermehrt auf und machen unseren Vierbeinern – und dadurch auch uns – das Leben schwer. Zwar können Blutsauger wie Flöhe auch bei kälteren Temperaturen und nasskalter Witterung aktiv sein und sich in geheizten Wohnungen ungehindert ausbreiten, aber vermehrt treten sie bei warmer Jahreszeit als „Begleiterscheinung“ auf. Die 2 – 3 mm großen schwarzbraunen Parasiten halten sich meist im Rücken- und Halsbereich, hinter den Ohren und der Kruppe von Hund und Katze auf. Ihre Eier legen sie in das Fell der Tiere oder in der Umgebung (Wohnung) ab. 80 – 90 % der Flöhe leben in der Umgebung des Tieres, 10 – 20 % auf dem Wirtstier selbst.

Juckreiz ist das Leitsymptom bei Flohbefall

THP 2 18 final Page41 Image2Ebenso  bei  einer  Flohallergie,  die  durch  den  Speichel  der  Plagegeister ausgelöst wird. Durch den starken  Juckreiz  können  sich  zusätzlich  Sekundärinfektionen bilden. Der Nachweis  eines  Flohbefalls  erfolgt  mittels Flohkamm, mit dessen Hilfe man  schwarzen  krümeligen  Flohkot  aus  dem Tierfell bürsten kann.

Flöhe übertragen Endoparasiten

Haben  unsere  Vierbeiner  Flöhe,  so  liegt meist auch ein Befall von Endoparasiten  vor,  eine  häufige  Begleiterscheinung  der  Blutsauger.  Daher  ist  eine  parasitologische  Untersuchung  einer  Sammelkotprobe durch ein Labor bei  einem Flohbefall immer  anzuraten.

THP 2 18 final Page41 Image1Die Zeckenplage

Auch  Zecken  lassen  bei  den  ersten  schönen  Sonnentagen  im  Frühjahr  nicht  lange  auf  sich  warten.  Bei  Zeckenbefall auf keinen Fall Butter, Nagellack, Klebstoff oder sonstige Dinge  auf  die  Zecke  geben.  Angeblich  ist  die  Zecke  dann  leichter  zu  entfernen  –  dem  ist  aber  nicht  so!  Zur  Entfernung  der  Zecke  gibt  es  diverse Hilfsmittel. Egal ob man nun eine  Pinzette,  eine  Zeckenzange  oder  einen Zeckenhaken benutzt, die Zecke  muss immer hautnah gegriffen, langsam und gerade herausgezogen werden! (Neben üblichen Zeckenzangen  gibt es in der Apotheke auch Zeckenkarten.)  Quetschen  der  Zecke  sollte  vermieden  werden,  sodass  diese  nicht aus Panik Erreger über den Speichel in den Wirtskörper pumpt. Sollte  noch ein Rest des Stechapparates zurückbleiben, so wird dieser meist von  selbst abgestoßen.

Dass Zecken Borrelien und FSME übertragen können, ist mittlerweile fast jedem  klar.  Jedoch  sind  das  nicht  die  einzigen  Krankheiten,  die  durch  den  Zeckenbiss wandern können.

Babesiose (Hundemalaria)

Babesiose wird durch einzellige Sporentierchen  ausgelöst.  Sie  kommt  vor allem in den Mittelmeerregionen  vor,  aber  auch  in  einigen  Gebieten  Deutschlands.  Durch  das  Eindringen  der Parasiten in die roten Blutkörperchen  und  deren  Zerstörung  kommt  es zu Blutarmut und oft zu Gelbsucht.  Dem  Tierbesitzer  kann  neben  blassen  Schleimhäuten  eine  dunkle  Färbung des Urins auffallen. Auch hohes  Fieber,  Bewegungsstörungen,  Lähmungen, Atemnot, Entzündungen der  Maulhöhle  oder  der  Augen  werden  beobachtet.  Um  Babesien  nachweisen zu können, empfehlen wir einen  Antikörpertest.

Ehrlichiose

Verursacht  wird  die  Infektionskrankheit  von  Bakterien  der  Gattung  Ehrlichia. Die canine Ehrlichiose tritt vor  allem  im  Mittelmeerraum  auf.  Zu  den  vielfältigen  und  wenig  spezifischen  Symptomen  zählen  u. a.  hohes,  wiederkehrendes  Fieber,  Erbrechen,  Fressunlust,  Abmagerung  und  Abgeschlagenheit.  Blutungen  können  sichtbar  auf  der  Haut  und  den  Schleimhäuten  oder  unsichtbar  in  Gelenken auftreten. Der Nachweis erfolgt per Antikörpertest im Blut.

Anaplasmose

67 – 75 %  aller  Infektionen  verlaufen  asymptomatisch. Nach einer Inkubationszeit von etwa 5 – 30 Tagen kann  es jedoch zu hohem Fieber und grippeähnlichen  Symptomen  kommen.  Selten  treten  zudem  Erbrechen  und  Durchfall auf. Als schwere Komplikationen gefürchtet sind Multiorganversagen, Meningoenzephalitis und akutes Atemnotsyndrom. Aber auch ohne  klinische  Symptomatik  können  bei  86 %  aller  Infizierten  typische  Laborveränderungen gefunden werden. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Anaplasmose ist ein Antikörpertest im Labor über eine Serumprobe anzuraten  oder ein Direktnachweis mittels PCR.

Milben

Wenn sich der Patient plötzlich leckt  und  wie  verrückt  kratzt,  sollte  man  auf  jeden  Fall  auch  an  eine  Allergie  denken, denn oft lösen Vorrats- bzw.  Futtermittelmilben allergische Reaktionen aus.
Eine  parasitologische  Laboruntersuchung dient dem Nachweis von Ektoparasiten  an  der  Haut  bzw.  in  den  Haaren.  Für  die  Fixation  bestimmter  fraglicher  Objekte  im  Fell  kann  ein  Tesafilmpräparat angefertigt werden. Mehrere  (mindestens  5)  tiefe  Hautgeschabsel  sind  zur  Diagnose  von  Sarkoptes-  bzw.  Demodexmilben  unverzichtbar, da die Anzahl der Milben eher klein ist. Bei länger als vier  Wochen  bestehender  Symptomatik  und  vorausgesetzt,  dass  keine  Kortisonbehandlung  stattgefunden  hat,  ist  ein  Sarkoptes-Antikörpernachweis  im  Serum  einem  Hautgeschabsel  vorzuziehen.  Der  Cheyletiella-Nachweis gelingt häufig aus  Tesafilm- oder Abklatschpräparaten,  die von typischen Arealen (meist am  Rücken) genommen werden sollten. Leider  ist  zu  beobachten,  dass  Ekto-  sowie  Endoparasiten  vermehrt  Resistenzen  gegen  die  „gängigen“  Bekämpfungsmittel  bilden,  was  zum  allgemeinen Umdenken anregen sollte. Wirkten vor einigen Jahren die chemischen  Präparate  noch  relativ  zuverlässig,  ist  dies  heutzutage  nicht  mehr  der  Fall.  Außerdem  sollte  man  sich immer vor Augen führen, dass es sich bei den chemischen Mitteln oft um Nervengifte handelt, die innere Organe wie Leber und Nierenschädigen und Hautreaktionen, Juckreiz, neurologische Erscheinungen (Überempfindlichkeit, Depression, nervöse Symptome), Erbrechen und respiratorische Symptome als Begleiterscheinung haben können.

Alternative zu chemischen Produkten ohne Nebenwirkungen

THP 2 18 final Page41 Image3Natürliche Substanzen, die eine insektizide Wirkung haben, gibt es ganz verschiedene. Allerdings ist es hier wichtig, auszuprobieren, ob das natürliche Präparat vom Tier auch vertragen wird oder eventuell eine allergische Reaktion auftritt.
Ein nützliches Mittel zur Zeckenbekämpfung ist Kokosöl. Beachtet werden muss jedoch, dass es bei Kokosölen Qualitätsunterschiede gibt. Wer nichts falsch machen möchte, sollte sich die Zeit nehmen und vorher Informationen einholen.
Inzwischen gibt es neben dem Kokosöl zahlreiche natürliche Präparate auf dem Markt, sodass sich nach einigem Ausprobieren sicher für jeden Vierbeiner das Passende finden lässt. Neben ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Zitronellaöl gibt es auch andere Möglichkeiten, die Plagegeister zu bekämpfen. Gerne werden Essig, Zitrone und Bernsteine in Form von Hundehalsbändern oder -ketten eingesetzt. Hier soll es zweierlei Effekte geben: den harzigen Geruch und die elektrostatische Aufladung der Steinchen. Zecken und Flöhe sollen beides als abstoßend empfinden und unsere Vierbeiner in Ruhe lassen. Wichtig ist, dass es sich um unbearbeiteten, echten Naturbernstein handelt, der nicht geschliffen oder poliert wurde. Behandelt ist er zwar hübscher anzusehen, verliert aber auch seine besonderen Eigenschaften gegen das Ungeziefer. Darüber hinaus zeigt sich die Wirkung der Kette erst bei einer längeren, durchgehenden Anwendung, d.h. andauerndem Körperkontakt zum Hund (die Bernsteinkette sollte nur kurzfristig abgenommen werden, zur Reinigung oder bei wildem Spiel). Erst dann kann sich eine Ladung aufbauen, der feine Harzgeruch über das Fell und die Haut verteilen und seinen Dienst tun.

THP 2 18 final Page41 Image4Zecken haben zwar keine Nase, können aber über das Haller’sche Organ eine Vielzahl an organischen Stoffen wahrnehmen – nicht nur Ammoniak, Buttersäure, Kohlendioxid und Körperwärme. Sie suchen sich ihren Wirt über eine ganz bestimmte Kombination von abgesonderten Stoffen aus, die durch den Bernstein durchaus „gestört“ werden könnte.
Es gibt auch Halsbänder, Spot-on-Präparate, die in den Nacken geträufelt werden, und Fellsprays auf natürlicher Basis, die Margosa-Extrakt, Citronella und Nelkenblütenöl enthalten und gegen Zecken, Flöhe und Milben wirken. In einer Vergleichsstudie in der Schweiz konnte nachgewiesen werden, dass diese neue Wirkstoffkombination mindestens genauso stark wirkt wie das seit Jahrzehnten eingesetzte Insektizid DEET oder EBAPP – und das ohne Nebenwirkungen! Auch Tabletten, die Mineralien, Vitamine, Reisstärke (Getreide) und Trockenfleisch enthalten, die der Haut eine Ausdünstung verleihen, die Zecken nicht mögen, sind eine gute Alternative.
Generell gilt natürlich: Egal ob mit oder ohne Schutz – nach jedem Spaziergang muss man seinen Hund (und sich selbst) nach Zecken absuchen, damit diese so früh wie möglich entfernt werden können.

Fazit

Der Vorteil natürlicher Substanzen liegt darin, dass keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten. Eine Schädigung der Organe, eine Belastung im Haushalt lebender Kinder oder älterer Personen (z.B. durch Streicheln des geliebten Vierbeiners), der Umwelt, der Gewässer etc. wird vermieden. Selbst wenn im Ausnahmefall eine allergische Reaktion auftreten sollte, klingt diese nach Absetzen des Produktes innerhalb weniger Tage wieder ab und hinterlässt keine Spätfolgen. Bei den chemischen Giften können negative Wirkungen erst später auftreten, sodass diese vom Tierhalter oft nicht mehr mit dem Präparat in Verbindung gebracht werden können (z.B. erhöhte Leber- oder Nierenwerte im Blut).
Bei Fragen zu diesem Thema oder als Hilfestellung zur Auswahl des geeigneten Tests rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Herzlichst Ihr Vetscreen-Team

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