Im Porträt: THP Peggy Franke

Tierheilpraktikerin mit Praxis in Friedrichshafen
Dozentin an den Paracelsus Schulen

Der Beruf des Tierheilpraktikers* ist vielseitig und weit gefächert. Die alte Weisheit „Man lernt nie aus“ trifft hier zu wie die Faust aufs Auge. Wie viele meiner Kollegen wollte auch ich als Kind Tierärztin werden. Ich stand mir allerdings selbst im Weg, da ich früher große Angst, fast schon Panik vor Hunden hatte. Nach Abschluss der Fachoberschule absolvierte ich Ausbildungen zur Bürokauffrau und zur Fachberaterin für Finanzdienstleistung mit anschließender 12-jähriger selbstständiger Berufserfahrung.
Wie das Leben manchmal so spielt, kaufte ich vor 16 Jahren meinen Eltern einen Welpen, und vor 8 Jahren ist ein großer, schwarzer, liebenswürdiger Hund bei mir eingezogen.
2013 war mir der Film „Mr. Deeds“ in die Hände gefallen. Das Ende wurde zu meinem persönlichen Schlüsselerlebnis. In einer Rede von Adam Sandler ging es um die Berufswünsche der Aktionäre, als diese Kinder waren. Einer wollte Tierarzt werden. Das Licht, das mir aufging, hat vermutlich den ganzen Bodensee in schillernden Farben erleuchten lassen. Ich kramte mein erstes Buch heraus (in Skriptform), das ich im stolzen Alter von 10 Jahren angefangen hatte zu schreiben. Es ging um die Wirkung der Pflanzen auf Tiere, speziell auf Katzen. Bis auf meine Eltern hatte dies nie jemand gelesen, dennoch war es sehr aufregend, es wieder in Händen zu halten.
In der darauffolgenden schlaflosen Nacht googelte ich stundenlang „Jobs mit Tieren“ … und immer wieder bin ich beim Tierheilpraktiker gelandet. Meine Idee war, mir in der Schweiz eine 50-Prozent-Stelle zu suchen, um mir diese Ausbildung auch zeitlich leisten zu können und meinen bisher sehr monetär geprägten Beruf an den Nagel zu hängen. Knapp 3 Monate später ging es los.
Nach vielen weiteren positiven „Zufällen“ habe ich meinen Tierheilpraktiker für Hund, Katze und Pferd mit den Schwerpunkten Akupunktur, Phytotherapie und Homöopathie nach Prüfung erfolgreich abgeschlossen.
Um den ganzen nebenberuflichen Lernstress ein bisschen aufzupeppen, habe ich zeitgleich noch eine Fortbildung absolviert, um Erste-Hilfe-Kurse anbieten zu dürfen. Somit waren damit schon die ersten Einnahmen möglich. Meist in Hundeschulen abgehalten, kam in den Pausen der eine oder andere Patientenbesitzer auf mich zu und bat mich um Rat.
Später eröffnete ich dann meine Tierheilpraxis in Friedrichshafen.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Ernährung das A und O für die Tiergesundheit (auch für die menschliche Gesundheit) ist. Damals war in der Tierheilkunde dieser Ansatz noch nicht so beachtet wie heute. Mein Leitspruch lautet: Die Ernährung ist die Basis aller Gesundheit! Daher bildete ich mich – parallel zu meiner Praxisarbeit – in diesem Bereich weiter aus. Das Studium bei einem Ausbildungsträger der Universität München dauerte 2,5 Jahre. Ich beschäftigte mich auch mit der Orthomolekularen Tiermedizin, die ich nun regelmäßig an den Paracelsus Schulen unterrichte. Es unterstreicht unser Therapeutenwissen, indem wir den Patientenbesitzern sagen können, welche Vitamine und Elektrolyte unsere Tiere in welchem Umfang benötigen.
Mit diesem Knowhow bewarb ich mich als Dozentin an den Paracelsus Schulen … und wurde angenommen! Nach einigen Jahren und vielen Kursen an verschiedenen Paracelsus Schulen (v. a. in Lindau, Kempten, München, Konstanz und Landshut) habe ich immer noch ein bisschen Lampenfieber vor jedem Seminar, das ich halte. Aber umso mehr „Feuer“ kommt dann in die Runde. Ich zünde gerne an und möchte, dass sich die Studenten nicht nur berieseln lassen und auf die nächste Pause freuen, sondern mit viel Wissen aus dem Unterricht gehen. Dazu baue ich gerne Lernkontrollen ein, wiederhole vieles und frage damit den Wissenstand ab.
Als ich 2016 den Jakobsweg in Spanien ging, hatte ich eine schicksalhafte Begegnung. Ich lernte eine Lehrerin aus Minnesota, USA kennen. Ihre Schwägerin arbeitete als Tierärztin an der dortigen Universität mit Schwerpunkt Vogelmedizin. Mein Interesse war geweckt. Nach einem Praktikum in der Wildvogelstation Landshut/Bern und weiteren Fortbildungen flog ich im Mai 2018 nach Minnesota und lernte in besagter Klinik.
2019 fiel mir ein neues Wort in den Schoß: Phytopharmacognosia. Was war das denn? Die Zusammenhänge zwischen Natur und Tier sind ein überaus spannender Bereich der Tierheilkunde und ich absolvierte auch diese Zusatzausbildung.
Heute, 2021, fühle ich mich angekommen. Meine Tierheilpraxis führe ich nun schon seit über 6 Jahren erfolgreich. Dazu macht mir das Unterrichten für Paracelsus enorm viel Spaß. Meine Schülergruppen sind mehr als das: Hieraus haben sich auch Freundschaften und ein wundervoller Zusammenhalt entwickelt.
Ich möchte DANKE sagen, all meinen Mentoren, meinen THP-Schülern, den Paracelsus Schulen und Studienleitungen sowie mir selbst, dass ich den Mut hatte, meinen Traumberuf auf dem zweiten Ausbildungsweg zu verwirklichen. Jedem, der in sich den Wunsch verspürt, beruflich mit Tieren zu arbeiten und als Tierheilpraktiker Gutes tun möchte, kann ich nur sagen: Es lohnt sich!

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