Grabmilben - Das große Jucken

INFORMATIONEN VOM LABOR THP 1 21 Page30 Image1

AdobeStock 100484187Infektionen mit den Demodex-Milben (Haarbalbmilben) oder den Sarcoptes-Milben (Räudemilben) gehen mit heftigem Juckreiz einher und stellen eine große Belastung für unsere geliebten Vierbeiner dar. Neben dem schlimmen Juckreiz treten Haarverlust, Schuppen- und Krustenbildung auf. Durch das häufige Kratzen kommt es oft zu einer Sekundärinfektion der Haut.

SARCOPTES-RÄUDE

katzeSarcoptes scabiei varietas canis ist der Erreger der Sarcoptes-Räude beim Hund. Sarcoptes-Milben graben ihre Tunnel in die Hornschicht der Haut und leben in den Bohrgängen der Epidermis. Beim Hund ist meist der gesamte Körper betroffen, bei Katzen der Nacken- und Kopfbereich. Die Parasiten bevorzugen wenig behaarte Haut, sodass sie am häufigsten auf Ohrrändern, Ellenbogen, Bauch und Sprunggelenken anzutreffen sind. Mit der Ausbreitung der Erkrankung werden auch weitere Körperbereiche besiedelt. Diese Milbe befällt vorrangig Hunde, kann aber auch auf Katzen und Menschen übergehen. Wärme verstärkt den massiven Juckreiz, der zusätzlich zu den Hautveränderungen auftritt. Die adulte Milbe legt bis zu 60 Tage lang Eier in die Epidermis. Nach 3 – 5 Tagen schlüpfen die Larven. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier, aber auch indirekt über die kontaminierte Umgebung. Beim Hund scheint die indirekte Übertragung zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Der gesamte Entwicklungszyklus der Grabmilben spielt sich auf dem Wirtstier ab. In abgescheuertem Hautmaterial können die Milben in feuchter, kühler Umgebung bis zu 3 Wochen überleben. Die Quälgeister machen selbst vor Menschen nicht Halt und können diesen für eine gewisse Zeit befallen und eine Pseudokrätze auslösen. Juckende Hautstellen beim Tierhalter können als Indiz für einen Milbenbefall beim Haustier gewertet werden. Beim Schwein breiten sich die Milben beginnend von der Ohrmuschelinnenseite aus. Die Kopfräude des Rindes betrifft vorzugsweise Kopf und Hals, kann aber auch auf das Euter übergehen.

NACHWEISMETHODEN

Die bisher genutzte Labordiagnostik umfasste den mikroskopischen Nachweis (Hautgeschabsel) und die serologische Antikörperbestimmung mittels ELISA (vorausgesetzt, die Symptomatik besteht länger als 4 Wochen).
Endlich kann zum direkten Milbennachweis nun auch eine Echtzeit-PCR eingesetzt werden, die im Gegensatz zum ELISA-Antikörpertest auch zur Therapiekontrolle geeignet ist.
Hierfür wird ein oberflächliches großzügig abgetragenes Hautgeschabsel benötigt. Der Test kann neben Hund und Katze auch bei anderen Spezies, z.B. Kaninchen, Meerschweinchen und Frettchen, eingesetzt werden.
Grabmilben sind nicht einfach nachzuweisen, da es nicht leicht ist, sie an der richtigen Stelle zu „erwischen“. Daher ist hier der Antikörpernachweis ratsam. Vor allem Jagdhunde sind gefährdet, aber auch Hunde, die viel mit ihrem Menschen im Wald spazieren gehen. Ein Sarcoptes-Befall bei der Katze ist eher selten. Dagegen kommen Demodex-Milben bei der Katze häufiger vor.

DEMODIKOSE

AdobeStock 113870167Die Haarbalgmilbe (Demodex canis) ist in geringer Zahl bei allen gesunden Hunden anzutreffen. Bei Hunden mit geschwächtem Immunsystem (z.B. in Stresssituationen, bei Junghunden oder erwachsenen Hunden mit Vorerkrankung) kommt es zu einer Vermehrung der Milben in den Haarfollikeln. Die lokale Junghundeform äußert sich in haarlosen, oft runden Stellen, meistens im Gesicht und an den vorderen Gliedmaßen. Die Hautveränderungen heilen bei Junghunden allerdings meist spontan wieder ab. Falls es aber zu einer generalisierten Form der Erkrankung kommt, wobei ausgedehnte Teile des Körpers betroffen sind, wird beim Junghund von einer genetischen Komponente ausgegangen und beim erwachsenen Hund eine zugrundeliegende Erkrankung vermutet. Verkompliziert wird das klinische Erscheinungsbild z.B. durch bakterielle Sekundärinfektionen.
Neben dem altbewährten tiefen Hautgeschabsel zum direkten Erregernachweis ist neuerdings auch ein PCR-Nachweis möglich: Um klinisch irrelevante geringgradige Manifestationen von massiven Infektionen zu unterscheiden, ist dieser Nachweis als semiquantitative Echtzeit-PCR angelegt. Detektiert werden alle bisher bekannten Spezies bei Hund (Demodex canis, Demodex injai, Demodex cornei) und Katze (Demodex cati, Demodex gatoi, Demodex felis). Benötigt wird ein tiefes Hautgeschabsel. Der Test ist bislang bei Hunden und Katzen einsetzbar.

PARASITENBEKÄMPFUNG

Es gibt verschiedene Produkte, die bei Parasitenbefall angewendet werden können. Neben chemischen Spotons gibt es mittlerweile auch alternative Spot-on-Produkte auf natürlicher Basis sowie Shampoos, die ebenfalls Wirkung zeigen. Wichtig ist, zusätzlich mit einem Juckreiz-stillenden Präparat zu arbeiten, um der Fellnase Erleichterung zu verschaffen.
Da sich die Quälgeister auch in der näheren Umgebung wohlfühlen und kurzfristig auf den Menschen übergehen können, ist es ratsam, gewisse Hygienemaßnahmen einzuhalten. Neben regelmäßigem Putzen und Reinigen des Schlafplatzes (Waschen der Decken) sollte auf ausgiebiges Kuscheln mit der Fellnase vorübergehend verzichtet werden.

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