Einsamer Stubentiger: Gedanken vom tier-menschlichen Diwan

THP 1 18 300 Page50 Image1Hundehalter treffen sich beim Spaziergang im Stadtpark oder in Hundeschulen, Berufstätige treffen sich in der Hunde-Kita, in der Hunde ein Miteinander erleben können. Sogar Dogwalker gibt es schon. Doch wo sind die Katzenhalter? Was ist mit Katzen und deren sozialen Kontakten? Auch die Katze ist eine Art Rudeltier. Oftmals zwar ein Einzelgänger und Individualist, aber dennoch brauchen sie auch Artgenossen. Mit etwas Glück lernen wir Katzenhalter im Tierfutterladen kennen, aber es gibt so gut wie keine Verhaltenstrainer für Katzen und auch keinen Kittentreff als Pendant zum Welpentreff, um das Sozialverhalten zu fördern.

Auf Katzenzuchtleistungsschauen sitzen die Katzen in ihren Käfigen dicht aneinandergereiht und werden vom Publikum beäugt. Die großen, erweiterten Pupillen und ihr eigenes Schnurren zur Beruhigung wird vom Publikum als niedlich empfunden, doch Katzen tun dies lediglich zum Stressabbau. Zur Körung werden sie im Ring zur Schau gestellt, und am Ende der Veranstaltung fährt jeder wieder nach Hause.

THP 1 18 300 Page50 Image2Beim Katzenzüchter wachsen die Kitten noch im Rudel auf, werden aber dann einzeln abgegeben. Herausgerissen aus ihrem sozialen Gefüge. Die Kitten haben nicht nur den Verlust der Mutter, sondern auch der Geschwister hinzunehmen, und sicher fehlt ihnen das tägliche Rangeln, Spielen und Toben.

In Privathaushalten in der Stadt leben Katzen oft mit berufstätigen Singles zusammen, da es ja allgemein heißt, dass man Katzen tagsüber gut alleine lassen kann. Doch das führt nicht nur zur Vereinsamung der kleinen Stubentiger, sondern auch zur Abneigung dem Besitzer gegenüber, da die Katze den Halter nicht mehr als Bezugsperson, sondern als Eindringling in ihr Revier wahrnimmt. Kommt dann Besuch, fangen Katzen oftmals an zu markieren, zu urinieren und im schlimmsten Fall sogar zu beißen.

Auf dem Land sieht es etwas anders aus: Im ländlichen Einfamilienhaus hat die Katze Familienanschluss und im besten Fall sogar eine Katzenklappe in der Tür. Sie ist ein Freigänger und kann in der Natur Mäuse jagen. Nach einem spannenden Tag kehrt sie nach Hause zur Familie zurück und legt sich schnurrend auf ihren Platz. Da diese Katzen viel Ausgleich haben, sind Besucher oder Veränderungen, wie z.B. ein Baby als Familienzuwachs, kein Problem.

Oftmals werde ich von Katzenhaltern zu Hausbesuchen gerufen, die zur ersten Wohnungskatze noch eine zweite und manchmal auch eine dritte Katze angeschafft haben. Das war sicher gut gemeint, um mehr Lebensraum für die Katzen zu schaffen. Aus Sicht einer Katze sieht das allerdings ganz anders aus, denn es entstehen Revierkämpfe, die meist auch den Besitzer mit einbeziehen. Die Folge ist ein unerwünschtes Verhalten wie Markieren oder Urinieren. Für Katzen ist das völlig normal, für den Katzenbesitzer aber unerträglich.

Hier sind Lösungsansätze gefragt, liebe Tierheilpraktikerinnen und Tierheilpraktiker, über die wir gemeinsam nachdenken sollten. Der landläufige Begriff „Hauskatze“ hat nichts damit zu tun, dass die Katze im Haus eingeschlossen oder nur in einer Wohnung leben soll. Ursprünglich dienten Katzen als Begleiter des Menschen, um den Hof von Mäusen frei zu halten. Irgendwann mutierten sie dann zum Stubentiger. Aber wie kann nun das Leben der Katze als Stubentiger in einer Großstadt im Hinblick auf soziale Kontakte optimiert werden? Artgerechte Katzenhaltung wäre hier ein Schlagwort, doch was genau ist das und wie soll das funktionieren?
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich freue mich auf Feedback, Anregungen und Erfahrungen durch Ihre Arbeit mit Katzen und deren Halter. Schreiben Sie mir eine E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aber natürlich auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, können uns als Katzenhalter Ihr Feedback geben. Und falls Sie Hilfe im Umgang mit Ihrer Katze benötigen, finden Sie den richtigen Ansprechpartner auf www.theralupa.de

Mit herzlichen Grüßen bis zum nächsten Gedanken vom Diwan!
Ihre Monika Heike Schmalstieg

P.S.: Der deutsche Tierschutzbund hat eine PDF mit Richtlinien für Katzenhaltung herausgegeben, zu finden auf www. tierschutzbund.de.

Foto: © alexytrener – stock.adobe.com, ms-grafixx.de

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