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Blütenessenzen - Bachblüte vs. Buschblüten

In der Naturheilkunde sind Blütenessenzen nicht mehr wegzudenken. Bachblüten sind dabei den meisten Menschen wohlbekannt, die australischen Buschblüten weniger. Dennoch eignen sich beide Arten von Blütenessenzen optimal für die Arbeit mit Tieren. Hier dürfen sie auf mentaler, seelischer und körperlicher Ebene sanft im Hintergrund wirken und dem Tier Sicherheit, Halt und Stabilität bringen. Als gute Ergänzung schulmedizinischer oder anderer komplementärer Verfahren möchte ich in diesem Artikel Bachblüten und Buschblüten einander gegenüberstellen und Ihnen wertvolle Impulse für die Praxis mitgeben.

Einordnung

Bevor wir uns mit diesen beiden bedeutenden Richtungen der Blütenessenzen im Detail beschäftigen, sollten wir uns deren Bedeutung vor Augen führen. Im Gegensatz zur Phytotherapie, bei der die Wirkstoffe der jeweiligen Pflanze zu tragen kommen, machen wir uns bei Bachund Buschblüten die feinstoffliche Information, also die „Seele“ oder „Grundessenz“, zunutze. Aus diesem Grund müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Tiere bei der Gabe allergisch reagieren könnten. Wie bei Kindern sollte auch bei Tieren darauf geachtet werden, dass Mischungen ohne Alkohol gegeben werden. Zwar sind diese weniger lange haltbar, dennoch gehen Sie kein Risiko ein. So empfiehlt sich eine Mischung der Stockbottles, der Essenzfläschchen, in Wasser. Notfalls können Sie auf alkoholfreie Uressenzen zurückgreifen. Diese sind bei Bachblüten erhältlich – bei den Buschblüten wird es schwieriger.

Einführung

Bachblüten gibt es 38 verschiedene, die vielfältigen seelischen Zuständen zugeordnet werden können. Dementsprechend sollten sie nicht als Heilmittel des Geistes im gesetzlichen Sinne gesehen werden, sondern geistige „Dysbalancen“, eingeschliffene Muster und negative Verhaltensweise in Veränderung bringen. Dr. Bach war der Meinung, dass sich Wohlbefinden dann einstellen kann, wenn sich neue Blickrichtungen ergeben und positive Verhaltensmuster alte ersetzen. Während die Bachblüten von in Europa ansässigen Bäumen und Sträuchern stammen, kommen die australischen Buschblüten, wie der Name aufzeigt, vom roten Kontinent und sind erst in den letzten 30 Jahren nach Europa gekommen. Der naturheilkundige Australier Ian White leistete hier wertvolle Arbeit und entdeckte innerhalb von 20 Jahren 69 Vertreter seiner „Australian Bush Flower Essences“. Auch diese haben individuelle Charakteristika, die bei Mensch und Tier negative Aspekte wandeln und positive Eigenschaften verstärken können.

Bachblüten

Laut der einzig verfügbaren Biografie, aufgezeichnet von seiner Assistentin Nora Weeks, erblickte Dr. Edward Bach am 24. September 1886 in Moseley bei Birmingham das Licht der Welt. Während einer Lehre im väterlichen Messinggießerei-Betrieb traf er auf Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und damit verbundenen seelischen Konflikten. Folglich studierte er 7 Jahre lang in London und Birmingham Medizin. 1917 erlitt er einen Zusammenbruch, und die Operation eines bösartigen Milztumors ließ keine lange Lebensdauer vermuten. Dennoch beschäftigte er sich in den nächsten 10 Jahren mit den Lehren Samuel Hahnemanns und stellte Impfstoffe als homöopathische Nosoden her. So verband er Bakteriengruppen (Nosoden) mit seelischen Persönlichkeitshaltungen. Ab 1930 machte er sich auf die Suche nach Pflanzen zur Unterstützung von Persönlichkeitstypen, wodurch er nach und nach seine Bachblüten fand und die „Sonnenmethode“ als Herstellungsverfahren entwickelte. Die Schriften „Heal thyself“ und „Free thyself“ kamen 1931/32 auf den Markt. Ab 1933 produzierten zwei Londoner Apotheken die Urtinkturen, wodurch die Bachblüten kostengünstig von der Bevölkerung erworben werden konnten. 1934/35 fand er weitere Bachblüten und bereitete sie mit der „Kochmethode“ auf. Dr. Bach starb am 27.11.1936 an Herzversagen im Schlaf, setzte jedoch wesentliche Schritte für alle folgenden Blütenessenzen bis heute.

Auswahl

• Nr. 1 – Agrimony: Der Odermennig

bietet sich an, wenn Tiere an körperlicher Überlastung, Übergewicht oder erschwerten Stoffwechselprozessen leiden. Auch bei Tieren, die auf den ersten Blick fröhlich und aufgeschlossen sind, im Inneren jedoch mit Konflikten, versteckten Krankheiten, Anspannung oder Unruhe kämpfen, ist Agrimony angezeigt.
• Nr. 12 – Gentian: Hochsensible, sehr misstrauische, übervorsichtige oder mutlose Tiere sprechen gut auf den Enzian an. Wenn es größere Veränderungen im Leben des Tieres gibt, wie Umzug, neue Familienmitglieder oder belastende Ereignisse, sollte Gentian eingesetzt werden.
• Nr. 22 – Oak: Die Eiche richtet sich an Tiere, die übertrainiert sind, ihre Grenzen nicht kennen und zu spät Erschöpfung wahrnehmen. Bei genereller Überforderung, dem unbedingten Willen, die Erwartungen anderer zu erfüllen, sowie altersbedingten Überlastungen kann Oak Ausgleich bringen.
• Nr. 25 – Red Chestnut: Die rote Kastanie spricht sehr fürsorgliche Tiere an. Eine übergroße Angst kann sich dahinter verbergen. Anzeichen für diese Blüten können übertriebene Wachsamkeit, Scheinschwangerschaft und Übereifer sein.
• Nr. 38 – Willow: Die gelbe Weide bietet sich bei verbitterten, aggressiven und mürrischen Tieren an. Wenn sie häufigen Besitzerwechsel, einen langen Aufenthalt im Tierheim oder Misshandlungen erlebt haben, kann Willow Ruhe, Urvertrauen und Lebensfreude zurückbringen.

Buschblüten

Die australischen Buschblüten bahnen sich erst seit den 1980er-Jahren ihren Weg in die naturheilkundliche Betrachtung. Seit Urzeiten sind verschiedenste Pflanzen des australischen Busches bei den Aborigines wegen ihrer heilsamen Wirkung verbreitet, weshalb diese sie kauten. Ian White, aufgewachsen in Terrey Hills, nordwestlich von Sydney, machte die Buschblüten weltweit bekannt. Seine kräuterkundige Großmutter begleitete er in den Busch, um sie beim Erstellen von Tinkturen und Extrakten zu unterstützen. Dennoch entschied er sich als junger Mann für ein Psychologie-Studium und lenkte seinen Blick erst aufgrund einer schweren Erkrankung auf die Naturheilkunde. Neben seinen Buschblüten gibt es noch viele weitere, wie die Living Essences of Australia der Familie Barnao oder die Australian Flower Essences – Love Remedies (alle im deutschsprachigen Raum verfügbar). Für die Herstellung greift man auf die wilden Blüten aus dem Outback zurück.

Auswahl

Nun möchte ich ebenso eine kleine Auswahl der 69 australischen Buschblüten von Ian White erläutern, damit Sie ein Gefühl für ihre Wirkweise erhalten:
• Nr. 4 – Bauhinia: Diese Blüte vermittelt

Tieren, bei denen Probleme mit Veränderungen, Starrheit neuen Gegebenheiten gegenüber und zögerliche Reaktionen erkennbarsind (z. B. eine neue Futterstelle oder ein noch unbekannter Schlafplatz), Vertrauen und Zuversicht. Bauhinia unterstützt das Tier beim Lernen und bei Anpassung an bestimmte Situationen (Fahrt zum Tierarzt etc.).
• Nr. 22 – Fringed Violet: Bei tiefen Schocks, traumatischen Erfahrungen oder unzureichender Resilienz kann diese Essenz gegeben werden. Auch bei Rivalitäten zwischen Tieren oder Mobbing ist sie angezeigt. Auf der Körperebene schützt sie vor äußeren Einflüssen wie Parasiten.
• Nr. 40 – Peach-Flowered Tea-Tree:
Wenn Tiere keine lange Aufmerksamkeitsspanne und fehlende Durchsetzungskraft aufweisen sowie ständig beschäftigt werden müssen, sollte an diese Blüte gedacht werden. Auch bei Stimmungsschwankungen und Beschwerden der Bauchspeicheldrüse (u. a. Diabetes mellitus) darf Peach-Flowered Tea-Tree bedacht werden.
• Nr. 59 – Tall Mulla Mulla: Hier sind Tiere charakteristisch, die Einzelgänger, ängstlich und unsicher im Kontakt mit anderen sind. Körperlich gibt es Zusammenhänge mit dem Atmungssystem, weshalb Tall Mulla Mulla auch bei Asthma und anderen Beschwerden in diesem Bereich Anwendung findet.
• Nr. 64 – Wild Potato Bush: Tiere mit betrübter und belasteter Stimmung erfahren durch diese Blüte Begeisterung und Freiheit. Sie kann den Organismus anleiten, Schwermetalle und Giftstoffe leichter auszuscheiden.

Einsatz in der Praxis

Jetzt widmen wir uns der praktischen Anwendung bei Tieren. Wie bereits erwähnt, ist der ergänzende Gedanke im Vordergrund: Blütenessenzen lassen sich mit allen naturheilkundlichen Methoden kombinieren und stehen nicht in Kontrast zur Einnahme von Medikamenten des Tieres. Auf einige wichtige Aspekte in der Praxis möchte ich eingehen:

Auswahlverfahren
Die vielfältigen Möglichkeiten, die sich in der Zusammenarbeit mit Menschen bieten, sind bei Tieren nur eingeschränkt möglich. Die Besitzer gilt es daher, in den Auswahlprozess der Blüten einzubinden. Einfache Tests, wie es sie bei Bachblüten gibt, können von den Besitzern durchgearbeitet werden, um das Spektrum einzugrenzen. Bei den Fragebögen werden meist die negativen Ausprägungen genannt, auf welche die jeweilige Blüte positiv einwirken kann. Selbstverständlich können Sie auch eigene Tests erstellen – Web und Literatur bieten dafür wertvolle Anreize. Bei Tieren bieten sich auch radiästhetische Testungen der optimalen Blütenessenzen mittels Pendel oder Tensor an. Hier können die Charakteristika der gefundenen Blüten mit den Besitzern anschließend besprochen werden. So bleiben diese in das Auswahlverfahren eingebunden. Zu guter Letzt können die Blütenessenzen anhand der Anamnese und des Berichts der Besitzer gewählt werden. Gemäß der beschriebenen Gemütszustände, aktuellen Verhaltensweisen und Herausforderungen des Tieres können diese dann für die Abstimmung der optimalen Mischung herangezogen werden. Im gemeinsamen Gespräch sollte die Wahl und die genaue Bedeutung der Blüten dargelegt werden.

Mischung und Dosierung
Ich empfehle, bei Tieren zwischen 3 und 6 verschiedene Blütenessenzen nach einem der oben genannten Verfahren zu wählen. Denn bei 2 Stück würde man sich in der Wirkung bloß zwischen diesen beiden Polen bewegen. 3 Blüten bringen einen Prozess vorwärts (Dreieck), 4 ermöglichen Stabilität in der aktuellen Phase (Quadrat), 5/6 eignen sich bei komplexeren Sachverhalten. Bei Tieren finde ich die „Medizinfläschchen-Methode“ sehr sinnvoll: Für die praktische Anwendung werden die ausgewählten Essenzen entsprechend den Herstellerangaben zusammengestellt und verabreicht. Davon kann dann, entsprechend einer im Alltag gut anwendbaren Darreichungsform(s. u.), dem Tier eine getestete Menge gegeben werden. Das kann über einen Tensor oder ein Pendel ebenso abgefragt werden wie die Anzahl der Tropfen aus den Stockbottles ins Anwendungsfläschchen. Abschließend wird getestet, wie oft pro Tag bzw. über welchen Zeitraum die Tropfen gegeben werden sollen. Ist die Mischung vorher aufgebraucht, kann sie erneut zusammengestellt werden. Danach kann geprüft werden, ob es dieselbe Blütenkombination noch einmal braucht oder eine neue gegeben werden soll.

Darreichungsformen
Was die Gabe von Blütenessenzen bei Tieren betrifft, so darf man hier etwas einfallsreicher sein als bei Menschen, da Tiere sie nicht selbstständig einnehmen. Dennoch können Besitzer geschult werden, auf vielfältigen Wegen ihren Tieren die Blüten zur Verfügung zu stellen. Aus den Fläschchen heraus kann eine Tagesdosis z. B. ins Trinkwasser oder in eine größere Futtermenge beigefügt werden. Das Anwendungsfläschchen selbst kann immer in der Nähe des Tieres aufbewahrt werden, z. B. in der Satteltasche, im Bettchen, unter dem Lieblingskissen oder beim Geschirr zum Gassigehen. Wichtig ist, das Tier die Information der eigenen Blütenmischung so oft wie möglich spüren zu lassen. Neben innerlichen Anwendungen können Blütenessenzen auch äußerlich genutzt werden: Tierbesitzer können einige Tropfen in eine Salbe oder Creme (speziell für Tiere) mischen, und diese auftragen. Gemeinsam mit hochwertigem, medizinischem Honig können sie sogar auf Wunden einwirken, wenn die Stelle gut verbunden ist. Gleichsam kann eine bestimmte Menge in ein Reinigungswasser (z. B. bei Pferden) dazugegeben werden. Wird eine Tagesdosis in eine Sprühflasche gebracht, so lässt sich das Wasser im Energiefeld des Tieres verteilen.

Notfalltropfen

Hierbei handelt es sich um die einzige Fertigmischung der Bachblüten, die von Dr. Bach hergestellt wurde. Sie beinhaltet die Blüten 6, 9, 18, 26, 29 und soll Tiere in individuellen Ausnahmesituationen unterstützen. Ganz gleich, ob es sich um Unwetter, Vorbereitungen auf die Silvesternacht, emotionalen Stress durch Umzug oder Trennung der Besitzer, ein Baby oder weitere Tiere im Haushalt, bevorstehende Untersuchungen und Operationen handelt, dies wären Gegebenheiten, wo an die Notfalltropfen gedacht werden kann. Die alkoholfreie Mischung kann mehrmals täglich ins Maul oder direkt über das Futter gegeben werden. Natürlich können Tierbesitzer auch auf die oben genannten Darreichungsformen zurückgreifen. Inzwischen existiert diese Fertigmischung direkt für „pets“, als Spray und Creme. Für einen erholsamen Schlaf sind die Notfalltropfen separat und ohne Alkohol erhältlich. Gerade hier rege ich die Besitzer gerne an, diese für Mensch und Tier stets in Griffweite zu haben. Eine Kombination mit einer bereits bestehenden individuellen Mischung ist bedenkenlos möglich. Gerne mische ich die Notfalltropfen direkt ins Anwendungsfläschchen mit hinein.

Gegenüberstellung

Bachblüten und Buschblüten gegenüberzustellen ist nicht einfach, da sie bereits unterschiedliche Herkunftsländer aufweisen. Dr. Bach arbeitete mit den heimischen Pflanzen Englands und experimentierte mit deren energetischen und seelischen Auswirkungen, wohingegen die Buschblüten die Vielfalt Australiens widerspiegeln. Manche Quellen sehen die Besonderheit der Buschblüten darin, dass ihre Wirkungsweisen und Charakteristiken – seelisch, spirituell und geistig – eher die neuere Zeit ansprechen. Dr. Bach bereitete altes Wissen frisch auf und konnte die Pflanzenseele auf neuartige Weise den Menschen zugänglich machen, wohingegen die Buschblüten unter Ian White sich konstant weiterentwickeln und noch einmal eine gänzlich andere Herstellung erfahren. Inzwischen gibt es von den Buschblüten viele weitere Produkte wie Komplexmittel, Sprays, separate Mischungen für Mensch und Tier etc. Zwar ist die Forschung über die Bachblüten amPuls der Zeit – so sind hier u. a. die MirianaPet Essenzen und Globuli erhältlich, die für Tiere hergestellt werden. Dennoch ist das System mit den 38 Bachblüten und den Notfalltropfen abgeschlossen. Dr. Bachs Überlegungen sind dahingehend keineswegs weniger bedeutsam geworden, sind die ganz bestimmten Archetypen seelischer Zustände doch sehr wertvolle Pioniere für viele andere Blütenessenzen. Die Buschblüten stellen gewissermaßen eine Fortführung dar, weil sie Themen aufgreifen, die zu Lebzeiten von Dr. Bach unangebracht waren oder die man Tieren nicht zugestanden hätte: Sensibilität, Positionierung, Ängste, Energieverlust, schädliche Einflüsse. Die Buschblüten bieten durch ihre größere Anzahl und Vielfalt einen bewussteren Umgang mit Themen und regen an, Blütenessenzen auf die Lebenswelt von Tieren umzumünzen.

Fazit

Als vor 100 Jahren Dr. Bach stetig mehr seiner Bachblüten entdecke, hätte er wohl nie gedacht, dass sie heute einen festen Stellenwert in der Naturheilkunde haben und auch Tieren seelisches Gleichgewicht schenken können. Dennoch sind sie nicht die alleinigen Vertreter der Blütenessenzen – zu ihnen zählen die australischen Buschblüten, die Tieren ebenfalls bei vielen emotionalen Herausforderungen eine Stütze sein können. Durch den Einsatz in der Praxis wird man Blütenessenzen bald nicht mehr missen wollen, weil Tiere ehrlich die positiven Veränderungen zeigen werden und uns anregen, weitere Erfahrungen zu sammeln mit diesem spannenden Zweig der Naturheilkunde.

PHILIPP FEICHTINGER
Heilpraktiker

Schwerpunkte: Energie- und Entspannungsmethoden, Klanganwendungen, Hypnose und Bioresonanz, Dozent der Paracelsus Gesundheitsakademien, Autor

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