Zum Hauptinhalt springen

Tierdesign-Reading: Entfalten Sie die Persönlichkeit Ihres Pferdes

Den Satz „Das Pferd ist dein Spiegel“ haben die meisten Pferdebesitzer schon einmal gelesen. Als ich vor drei Jahren das HumanDesign und dadurch das TierDesign-System kennenlernte, ergab dieser Satz für mich endlich einen Sinn. Über die Geschichte eines Pferdes und wie die Beziehung durch TierDesign-Reading zu der wurde, die sie heute ist, möchte ich hier berichten. „Man bekommt das Pferd, das man braucht.“ Noch so ein Satz, den viele von Ihnen bereits gehört haben. Mein 11-jähriger PRE-Wallach Inigo ist nun seit neun Jahren an meiner Seite. Heute sind wir ein eingespieltes Team und wissen, was wir aneinander haben. Das war allerdings nicht immer so.

UNERKLÄRLICHE HERAUSFORDERUNGEN

Inigo bekam ich, als er zwei Jahre alt war. Mein erstes eigenes Pferd, das ich mit Unterstützung selbst ausbilden wollte. Es war also alles bereit für eine großartige Beziehung. Doch die Praxis sah anders aus: Bereits beim Verladen hatten wir nicht den besten Start, denn Inigo hatte panische Angst vor dem Hänger. Mit vielen Stunden Bodenarbeit, Gelassenheitstraining und professioneller Unterstützung gelang es dann nach einiger Zeit, dass er sich entspannt dem Hänger näherte und hineinstieg. Geschafft: Die ersten Fahrten wurden gemacht, Inigo stand entspannt und Heu fressend im Hänger. Egal, was um ihn herum geschah und wie lange es auch dauerte. Kurse besuchen, Ausflüge machen – wochenlang klappte das Verladen auf Anhieb und ohne Komplikation.
Doch dann kam Tag X, und es ging nichts mehr. Inigo stand auf der Rampe des Hängers und wollte keinen Zentimeter mehr vorwärts gehen. Ich erhöhte den Druck, er stieg hoch, riss sich los und rannte vom Hänger weg. Es war unerklärlich: Es gab keine Veränderungen in der Herde, bei den Menschen um ihn herum, der Fütterung, dem Training – nichts, was eine Erklärung dafür hätte liefern können.
Diese Phasen wiederholen sich drei Jahre lang. Zweimal ließ sich Inigo gar nicht mehr verladen, ich musste ihn an Ort und Stelle über Nacht stehen lassen. Ein furchtbares Gefühl: Er ganz allein dort, ich auf dem Weg nach Hause. Die Stimmen um uns herum wurden lauter: Welches Problem hat er denn? Liegt es an der Besitzerin? Passt die Bindung nicht?
Ich war verzweifelt. Verschiedene Trainer, pferdegestütztes Coaching, Überprüfung seines gesundheitlichen Zustandes, körperliche Balance – alles gemacht und geprüft. Aber es gab keine Erklärung und keine Lösung für unsere große Herausforderung.

TIERDESIGN-SYSTEM FÜR INIGOS PROBLEME

Dann entdecke ich das TierDesign-System. Etwas, das sicherlich nicht vielen Menschen bzw. Tierbesitzern bekannt ist. Vom HumanDesign haben einige vielleicht schon mal gehört. Seit 1987 etablierte sich dieses System weltweit. Entwickelt wurde es vom Physiker und Künstler Ra Uru Hu. Es ist eine perfekte Ergänzung aus Genetik, I Ging, Biochemie, Chakralehre, Astronomie, Kabbala, Physik und Astrologie.
Im HumanDesign-System berechnet eine Software den Stand der Planeten und Planetenpunkte an Geburtsdatum, -zeit und -ort. Daraus entsteht ein Chart, auch bekannt als HumanDesign-Bodygraph.
Die Berechnungsgrundlage im TierDesign ist dieselbe wie beim Menschen. Falls Daten wie Uhrzeit oder Ort fehlen, gibt es Möglichkeiten, die Berechnung dennoch durchzuführen.

DER CHART ZEIGT UNS

  • Stärken und Schwächen
  • Individuelle Bedürfnisse
  • Was unser eigener Antrieb im Leben ist
  • Wofür wir brennen (Berufung)
  • Wie wir mit anderen Menschen interagieren
  • Wie wir auf andere Menschen wirken
  • Was mein Tier bei mir und ich bei ihm bewirkt
  • Wie ich Entscheidungen (aus dem Bauch, über meine Emotionen) treffe
  • Welche Verhaltensmuster durch mich bei meinem Tier aktiv werden

Es unterstützt uns dabei, herauszufinden, wer wir ohne Glaubenssätze und Prägungen sind.
Mit dem Wissen um unser eigenes HumanDesign lassen sich unsere Themen und die Themen unseres Tieres viel leichter trennen. So erkennt man z.B., dass man, geprägt durch sein Umfeld und den Job, oft viel zu schnell im Leben unterwegs ist. Laufen Sie schnell von der Koppel zum Stall, weil Sie spät dran sind, dann kann es passieren, dass Sie Ihr Pferd treiben müssen, obwohl es nicht mitlaufen möchte.
Der menschliche Alltag ist oft sehr stressig – Arbeit, Privates, ständiger Druck. Dass man diesen Stress mit in den Stall oder auf die Gassi-Runde mit seinem Hund nimmt, merkt man oft gar nicht. Stress wird zur Gewohnheit – und unsere Tiere übernehmen diesen und können dadurch erkranken. Gerade für das Fluchttier Pferd ist Stress einer der Faktoren, den man als Besitzer unbedingt vermeiden sollte.

WIE SIEHT EIN CHART IM TIERDESIGN-READING AUS?

Ein TierDesign-Chart wird mithilfe einer Software erstellt. Grundsätzlich besteht das TierDesign aus fünf verschiedenen Zentren. Jedes Zentrum (Kästchen mit Zahlen) hat seine eigene Energie und individuelle Funktion.
In den Kästchen finden sich Zahlen – jede steht für ein Tor, das eine Eigenschaft, ein Talent oder ein Potenzial symbolisiert. Wenn zwei Tore farblich miteinander verbunden sind, entsteht daraus ein Kanal. Den Toren und Kanälen werden Eigenschaften, Stärken und Potenziale zugeordnet, die immer auch im Menschen vorhanden sind.

WELCHE EINBLICKE ERMÖGLICHT TIERDESIGN-READING?

TierDesign gibt Antworten auf verschiedene Fragen: Warum verändert sich das Verhalten meines Pferdes plötzlich? Wie kam es zu dem Unfall? Wie steht es um die Eignung des Tieres? Wie kann ich das Training in Bezug auf Lerntyp, Zeiten und Intervalle optimiert anpassen? Welche Haltungsform und Umgebung ist für mein Tier am besten? Welche Bedürfnisse hat es?
Aus dem Chart und der Auswertung der Daten eines Pferdes lassen sich die Antworten auf diese Fragen herauslesen. Gerade bei Kaufentscheidungen für ein bestimmtes Pferd oder beim Verkauf des eigenen Lieblings gibt das TierDesign hilfreiche Impulse. Auch bei der Frage, ob Sie einen Hengst kastrieren lassen oder züchten sollen, ob dieser Hund der passende für Sie ist und als Reitbegleiter dienen soll oder er für Ihre Familie optimal ist, hilft dieses System.

WAS TIERDESIGN BEI INIGO AUFZEIGTE

Zurück zu Inigo. Vor dem TierDesign-Reading ließ sich der PRE-Wallach überhaupt nicht verladen. Um zu verstehen, wie TierDesign funktioniert, tauche ich in einige konkrete Beispiele ein.
Die Thematik mit dem Verladen kann ich heute, dank des Wissens aus dem TierDesign-Reading, nachvollziehen und erkenne, was mir mein Pferd damit gezeigt hat: Ich selbst habe Entscheidungen zu treffen, bei denen ich mir manchmal völlig unsicher bin.
Inigo spiegelt in diesen Situationen meine persönliche Angst und Unsicherheit wider. Bei ihm wird durch mich dieses Tor im Chart aktiviert. Sobald er beim Verladen zögert oder an der Rampe stehen bleibt, ist das ein Zeichen für mich, in mich hineinzufühlen.
Die letzten Jahre war ich viel auf Reisen, Weiterbildungen und Seminaren. Wenn ich weg war, wollte ich Inigo gerne gut versorgt wissen. Ich fand einen netten, sehr einfühlsamen Menschen für ihn, der schließlich seine Reitbeteiligung wurde. Ein paar Wochen später ein Anruf: Inigo hatte gezielt getreten. Das war erst einmal ein Schock. Er hatte noch nie nach mir oder sonst jemandem getreten. Es war mir völlig unerklärlich, warum.
Bei Inigo ist Tor 12 aktiviert, das für Wandlung und Metamorphose steht. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Freundschaft. Er sucht sich seine Menschen aus. Für die Praxis bedeutete das: Er hatte sich durch den Tritt entschieden, dass die gemeinsame Zeit der beiden vorbei war. Er konnte es mir nicht anders kommunizieren, also zeigte er ein für ihn völlig untypisches Verhalten.
Tor 12 hat weitere Eigenschaften: Inigo ist hervorragend für die Herdenhaltung geeignet. Er ist unglaublich sozial, freundlich und gerecht. Jede bisherige Eingliederung, sei es auch nur für zwei Wochen mit dem Pferd einer Freundin, ist unkompliziert, stressfrei und verletzungsfrei. Das beruhigt nicht nur meine Nerven, sondern auch die der Miteinsteller. Durch mich wird bei Inigo das Sakralzentrum aktiviert. Das bedeutet: Die Eigenschaften und Antriebe dieses Zentrums stehen ihm durch mich zur Verfügung. Ich achte darauf und entscheide dann, wie wir unsere gemeinsame Zeit verbringen. Bin ich an einem Tag z.B. unkonzentriert oder müde, mache ich einen Spaziergang oder reite aus, für die Dressur reicht dann meine eigene Energie nicht.
Laut HumanDesign gehöre ich zum Energie-Typ „Manifestierender Generator“. Durch mein aktiviertes Sakralzentrum habe ich unglaublich viel Energie zur Verfügung. Zudem liebe ich es, viele verschiedene Projekte gleichzeitig zu betreuen und habe viele Interessen und Hobbys.
Was das mit dem Pferd zu tun hat? In der Vergangenheit kollidierten diese mit den Charaktereigenschaften Inigos. Ich probierte mich in verschiedenen Reitweisen aus, fand Freude an der Freiarbeit und machte jeden Tag etwas anders mit ihm. Durch mich werden bei ihm die Eigenschaften von Tor 5, Gewohnheiten und Muster, aktiviert. Diese kollidierten miteinander – Inigo war ausgelaugt und hatte keine Freude mehr an der gemeinsamen Zeit. Ich durfte lernen, zwar Neues auszuprobieren, doch nicht gleichzeitig alles. Nach all den Jahren haben wir dabei einen gemeinsamen Nenner gefunden.

DAS PFERD ALS PERSÖNLICHKEITSSPIEGEL

Manch unerwünschtes Verhalten unseres Pferdes wird durch uns hervorgerufen. Das Schöne ist: Sie haben es somit selbst in der Hand, dass dieses Verhalten aufhört. Erinnern Sie sich an eines der Eingangszitate: „Man bekommt das Pferd, das man braucht.“
Ihr Pferd ist ein ungefilterter Spiegel Ihrer eigenen Persönlichkeit, es zeigt Ihnen Ihr wahres Ich. Es bietet uns die Möglichkeit, uns zu entwickeln, Ängste und Glaubenssätze zu erkennen – allerdings nur, wenn wir uns darauf einlassen. Das Erkennen unserer wahren Persönlichkeit und der unseres Pferdes hilft in diesem Prozess. Wir sind in der Lage, genaustens zu unterscheiden: Was ist meins, was ist deins?

TYPISCHE ERKENNTNISSE AUS DEM TIERDESIGN

Die Beispiele von Inigo zeigen einen sehr individuellen Fall. Dem TierDesign-Reading entspringen aber auch viele typische Erkenntnisse.

AGGRESSIVES VERHALTEN IN DER FÜTTERUNGSZEIT

Sobald die Fütterungszeit beginnt, hat manches Pferd gegenüber seinem Boxennachbarn ein sehr aggressives Verhalten: Beißen, Steigen oder gegen die Boxenwand treten sind nicht unüblich. Interessant ist, dass manche Pferde dieses Verhalten nur dann zeigen, wenn ihr Besitzer in der Nähe ist. Im Reading wird durch den Menschen beim Pferd Tor 19 aktiviert. Dieses steht für das „Territorium“. Ist dieses in einem Tier aktiviert, so zeigt es häufig einen ausgeprägten Sinn für sein persönliches Territorium, im Beispiel also die Box. Es kann auch der Paddock oder die Weide sein.
In einem solchen Fall sollte der Besitzer prüfen, wobei oder wo er selbst ein „territoriales Verhalten“ aufweist. Das kann z.B. ein ausgeprägter Beschützerinstinkt für die Familie sein, der durch ein Trauma entstanden ist.

KOPPELZAUN WIRD DURCHBROCHEN

Für Pferdebesitzer sehr ärgerlich: Das Pferd durchbricht den Koppelzaun, steigt durch die Litzen hindurch oder ist ein wahrer Künstler im Tor- und Türöffnen. Bei einem solchen Pferd ist vermutlich Tor 53 aktiviert, das für „Freiheit“ steht. Tiere mit diesem Tor haben einen ausgeprägten Sinn für Freiheit. Versuchen Sie es einzusperren oder von seinem natürlichen Lebenszyklen abzuhalten, wird es sich dagegen wehren. Dann sollten Sie für das Pferd prüfen, welche Haltungsform diesem Bedürfnis am nächsten kommt. Ein Teil des Lebenszyklus kann das Wandern über große Flächen oder eine gewisse Herdengröße sein.

STRESS DURCH ABWECHSLUNG

Manch ein Pferdebesitzer liebt die Abwechslung im Training und der gemeinsamen Zeit: Freiarbeit, Ausreiten, Bodenarbeit, Springen, Zirkuslektionen, Dressurreiten. Die Möglichkeiten, sich mit dem Pferd zu beschäftigen und es zu bewegen, sind enorm. „Der langweilt sich schnell, der braucht viel Abwechslung!“ ist ein Satz, der in diesem Kontext immer wieder fällt.
Das mag bei einigen Pferden stimmen. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, von wem dieser Antrieb ausgeht. Tor 5 steht für Muster und Gewohnheiten. Tiere, bei denen dieses Tor aktiv ist, lieben ihre instinktiven Gewohnheiten. Für sie resultiert es in Stress, wenn Muster durchbrochen werden – dieser kann sich im Verhalten, aber auch im gesundheitlichen Befinden widerspiegeln.
Ein weiteres persönliches Beispiel: Ich liebe es, viele verschiedene Dinge zu tun, Inigo aber nicht. Ich hatte lange Zeit einen Wochenplan, wann wir was gemeinsam machen. Er wurde immer demotivierter, war gestresst, es war für ihn zu viel. Also überlegte ich, was uns beiden Freude bereitet, und habe die Abwechslung radikal heruntergefahren. Er ist nun voller Freude, kommt mir auf der Koppel entgegengetrabt, stellt sich an den Ausgang und scheint zu fragen: Was machen wir heute Schönes zusammen?

SCHRECKHAFTE PFERDE

Viele Pferdebesitzer genießen die gemeinsame Zeit mit ihrem Tier gerne bei einem Ausritt. Für manche ist dieser eher von Stress geprägt, wenn das Pferd zu jenen gehört, die sehr schreckhaft und allzeit fluchtbereit sind und hinter jedem Baumstamm ein Raubtier vermuten.
Bei diesen Pferden ist Tor 28 aktiv, das für diese Eigenschaften steht. Wenn es durch Sie selbst aktiviert wird, kann gezielt daran gearbeitet werden. Im anderen Fall hilft es, sich einen Mitreiter zu suchen, dessen Pferd Tor 62 aktiviert hat. Dieses braucht eine Aufgabe, die darin besteht, ein anderes Pferd entspannt ins Gelände zu begleiten.

TIERDESIGN-READING IN DER PRAXIS

Ein TierDesign-Reading bringt Sie und Ihr Pferd auf neue Gedanken, liefert Erklärungen und stärkt die Bindung zueinander. Der Ablauf ist unkompliziert: In einem Kennenlerngespräch werden Vorgehensweisen und Fragen besprochen, bevor die für die Analyse notwendigen Daten des Pferdes übermittelt werden.
Die Auswertung enthält ein für Ihr Pferd individuell geschriebenes Skript, das anschließend besprochen wird. Wichtig ist, zu verstehen, dass TierDesign-Reading zwar bei Erkrankungen unterstützen kann, jedoch keinen Tierarzt ersetzt. Es ist dennoch erstaunlich, welche Auswirkungen dieses Verständnis des eigenen Tieres haben kann.

KATHARINA BEIER
PFERDEOSTEOPATHIN

TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE
Pferdeosteopathie, Osteotraining, Bewegungsanalyse, Human- und TierDesign-Reading

KONTAKT
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fotos: © E. Stützenberger, © Irfan – Adobe, © K. Beier, © www.geneticmatrix.com/de