Die Quälgeister unserer Vierbeiner

INFORMATIONEN VOM LABOR
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Junge Tiere leiden häufig unter Wurmbefall und den sich daraus entwickelnden Krankheiten. Neben einer Schwäche des Immunsystems werden auch Mangelerscheinungen, Entwicklungsstörungen, Organschäden und Durchfälle beobachtet. Ebenso finden wir regelmäßig Parasiteneier bei unseren vierbeinigen Senioren. So lassen sich z. B. Giardien bei jedem zehnten untersuchten Hund und bei jeder zehnten untersuchten Katze im mittleren und höheren Alter nachweisen.

WARUM IST DIESES THEMA SO BRISANT?

Viele dieser nachgewiesenen Parasiten zählen zu den Zoonose-Erregern: Die Krankheiten werden vom Tier auf den Menschen übertragen. So führen infektiöse Eier von Spulwürmern nach Aufnahme z.B. zur Zystenbildung beim Menschen. Auch Giardieninfektionen mit bestimmten Stämmen können auf uns übergreifen und schwere Durchfälle verursachen, ebenso wie der Fuchsbandwurm, der zu Leberzysten führen kann.
Wenn sich Frauen während der Schwangerschaft über Katzen mit Toxoplasmose (Toxoplasma gondil) infizieren, kann dies sehr gefährlich für das ungeborene Kind werden. Je nach Zeitpunkt der Infektion und Parasitenmenge kann es zum Abort (Verlust des Embryos) oder zu Früh- und Totgeburt kommen. Aber auch Schädigungen des Embryos sind keine Seltenheit. So treten neben Augenentzündungen und Gehirnveränderungen auch Störungen der Feinmotorik oder verlangsamte Lerngeschwindigkeit auf.

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MAKROAUFNAHME EINER GIARDIA CANIS
© K. Kon – Adobe

HÄUFIGE INNERE QUÄLGEISTER

Je nach Haltung, Fütterung und Alter finden wir bei den einzelnen Tierarten folgende Endoparasiten:

HUND

  • Giardia canis
  • Toxocara canis (Spulwürmer)
  • Ancylostoma caninum, Uncinaria stenocephala (Hakenwürmer)
  • Taenia spp. (Bandwürmer)

KATZE

  • Giardia cati
  • Toxocara cati, Toxascaris leonina (Spulwümer)
  • Ancylostoma tubaeforme, Uncinaria stenocephala
  • Taenia (Bandwürmer)

PFERDE

  • Strongyliden (Palisadenwürmer)
  • Cyathostominae
  • Strongylinae (Kleine Strongyliden)
  • Anoplocephala perfoliata (Bandwürmer)
  • Gasterophilus intestinalis (Magendasseln)

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MAKROAUFNAHME VON TOXOCARA CATI
© T. Gabriel – Adobe

ENDOPARASITEN BEI ANDEREN TIERARTEN

Auch Heimtiere und Exoten bleiben von Endoparasiten nicht verschont. So werden bei Kaninchen Kokzidien gefunden, während Meerschweinchen frei von Parasiten bleiben. Bei Echsen werden Oxyuren nachgewiesen.
Schafe und Ziegen weisen oft einen Strongyliden- und Kokzidienbefall auf, wobei bei Schafen der zu den Bandwürmern gehörende Monezia eine Rolle spielt. Wird ein Wurmbefall vermutet, empfehlen wir, eine Sammelkotprobe von drei verschiedenen Kotabsätzen zur Untersuchung ins Labor zu schicken. Eine Sammelprobe ist immer anzuraten, da Parasiten nicht konstant ausgeschieden werden.
Bei Jungtieren, intensivem Kontakt mit anderen Hunden, Freigängerkatzen, im Haushalt lebenden Kleinkindern oder immungeschwächten Menschen wie z.B. Senioren ist eine häufigere Parasitenuntersuchung (4 Mal jährlich) anzuraten. Je Fall und Patient ist individuell zu entscheiden, in welchen Abständen die Untersuchungsintervalle festgelegt werden.

LABOR

Im Labor können verschiedene Nachweismethoden angewendet werden. So wird z.B. bei Kotproben von Reptilien oder bei sehr geringer Probenmenge meist ein Ausstrich angefertigt. Des Weiteren gibt es mehrere Anreicherungsmethoden wie die Flotation, die Sedimentation, das MIFC-Verfahren (optimiertes Anreicherungsverfahren) und das McMasterverfahren (quantitatives Verfahren; Anzahl der Wurmeier pro Gramm Kot wird ermittelt). Eine weitere Untersuchungsmethode ist das Auswanderungsverfahren, bei dem sich das Bestreben der Lungenwurmlarven, bei ausreichend Flüssigkeit aus dem Kot auszuwandern, zunutze gemacht wird.
Es gibt serologische Tests (z.B. zum Nachweis von Giardien und Leberegel) und PCR-Untersuchungen (zum Nachweis von Toxoplasmose und Neospora).

VORSORGE UND HYGIENE

Tierbesitzer sollten grundsätzlich über Hygiene und ein eventuelles Zoonosepotenzial vom Therapeuten aufgeklärt werden. Besondere Aufklärungspflicht besteht gegenüber Familien mit kleinen Kindern sowie immunsupprimierten Menschen. Regelmäßiges Händewaschen sowie Säubern der Liege- und Ruheplätze der Vierbeiner sollte selbstverständlich sein.
So ist bei einer Giardieninfektion aufgrund des hohen Risikos einer erneuten Ansteckung genau auf die Hygiene zu achten. Dazu gehören die absolute Sauberkeit der Trink- und Futternäpfe, die sofortige Aufnahme und Entsorgung abgesetzten Kots, Meidung von Stellen, an denen viele Hunde Gassi gehen, sowie regelmäßige Reinigung von Haut und Haarkleid, insbesondere im hinteren Körperbereich einschließlich Rute. Da die Zysten in kühler, feuchter Umgebung besonders lange infektiös bleiben, ist es ratsam, feuchte Areale in Zwinger und Auslauf trockenzulegen. Befallene Flächen sollten mit dem Dampfstrahlgerät heiß gereinigt und erst gründlich abgetrocknet werden, bevor die Hunde die Flächen wieder betreten dürfen.
Bei Pferden kann man durch gute Weidehygiene den Infektionsdruck reduzieren. Ein Überbesatz der Weiden sollte möglichst vermieden werden. Ideal sind zwei Pferde pro Hektar. Steht nur eine Weide zum Grasen zur Verfügung, ist diese stärker mit Wurmlarven belastet als nur zeitweise beweidete Flächen. Durch häufigen Koppelwechsel sind die Weiden ebenfalls weniger stark mit Wurmlarven kontaminiert. Auch wird die Zahl der Wurmlarven reduziert, wenn eine Zwischenmahd durchgeführt, die Weide im Herbst oder im folgenden Frühjahr als Schnittweide genutzt und hieraus Heu oder Silage gewonnen wird. Wurmlarven sind sehr empfindlich gegen Trockenheit und sterben unter diesen Bedingungen sehr schnell ab. So kann man durch Ausbringen von Kalkstickstoff auf die Weide die Zahl der Wurmlarven zurückfahren.

Bei allgemeinen Fragen zum Thema oder zur Auswahl geeigneter Tests können Sie uns gerne anrufen oder eine E-Mail schreiben. Wir freuen uns!

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