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News & Wissenswertes

Zusammengestellt von THP Monika Heike Schmalstieg

Zustand von Tierheimen und Schutz von Heimtieren

Laut Medienberichten stehen viele deutsche Tierheime vor massiven finanziellen und räumlichen Problemen, durch zunehmende Abgaben und große Bestände von Heimtieren. Die neue Bundesbeauftragte für Tierschutz fordert u. a. ein Verbot des anonymen Online-Tierhandels und verstärkte Videoüberwachung in Schlachtbetrieben. Für die Praxis relevant ist dabei, dass im Rahmen tierheilkundlicher Beratung verstärkt auf Herkunft, Haltungsbedingungen und Tierwohl hinzuweisen und im Zweifel an geeignete Stellen zu vermitteln ist.

 

Leichter Anstieg der Antibiotikaabgaben in der Tiermedizin

In Deutschland wurden im Jahr 2024 insgesamt 562 Tonnen Antibiotika an Tierärzte und weitere Empfänger abgegeben – das entspricht einem Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber 2023. Interessant ist dabei, dass der Gebrauch von Penicillinen und Tetrazyklinen hoch geblieben ist, während besonders kritische Wirkstoffklassen (z. B. Polypeptid-Antibiotika) rückläufig sind. Ein leichter Anstieg lässt sich bei Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation festgestellen. Praxishinweis: Auch wenn Tierheilpraktiker keine Antibiotika anwenden und verschreiben dürfen, ist diese Entwicklung trotzdem bedeutend, denn sie beeinflusst das Bewusstsein für Resistenzproblematiken, Therapiewahl sowie das Gespräch mit Tierärzten und Tierhaltern.

Geldspenden

Überweisung: Einige Tierheime geben ihre Bankverbindung auf ihrer Website an.

PayPal: Viele Vereine haben eine PayPal-Adresse, über die Sie spenden können, wie der Tierschutzverein Nürnberg-Fürth oder der Tierschutzverein München.

Online-Plattformen: Sie können oft über Plattformen wie Betterplace oder Gooding spenden.

Quittung: Für Spenden bis zu 300 € reicht der Einzahlungsbeleg als Nachweis für das Finanzamt. Über 300 € oder auf Wunsch bei kleineren Beträgen stellen die meisten Vereine eine Spendenquittung aus, wofür Sie Ihre Adresse angeben sollten.

Ausbildung und Zusatzqualifikationen – neue Kombiformate

Ausbildungseinrichtungen bieten vermehrt Kombilehrgänge an, etwa die Paracelsus Gesundheitsakademien mit „Tierheilpraktiker mit Traditioneller Chinesischer Veterinärmedizin (TCVM)“. Praxisnutzen: Zusatzqualifikationen (z. B. Akupunktur, Mykotherapie) erweitern Ihr Behandlungsangebot und ermöglichen eine stärkere Positionierung auf dem Markt. Der VDT-Verbandsgutschein kann hierzu eingesetzt werden.

Leckere Praxishinweise für Tierheilpraktiker

Kunden legen heutzutage mehr Wert auf natürliche Zutaten, die frei von Zucker oder Farbstoffen sind, und sie befürworten eine nachhaltige Verpackung. Spezialsorten (z. B. bei Allergien), die getreidefrei und mit funktionellen Zusatzstoffen ausgestattet sind, werden immer wichtiger. Das sollte besonders in der Beratung von Pferden mit empfindlichem Stoffwechsel berücksichtigt und umgesetzt werden. Beim Einsatz von Leckerli zur Belohnung im Training spielen Größe, Zusammensetzung und Häufigkeit der Gabe eine Rolle, denn Leckerli sollten nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich betrachtet werden. Bei der Empfehlung von Heilmitteln oder ergänzenden Maßnahmen muss beachtet werden, dass Leckerli keine therapiekritischen Inhaltsstoffe enthalten dürfen (z. B. hoher Zuckergehalt bei Pferden mit EMS). Bei neu verwendeten Futtersorten oder funktionellen Zusätzen, etwa bei Kräutern, sollten zunächst nur kleine Menge gegeben und die Vertäglichkeit beobachtet werden. Leckerli im Training sind für eine schnelle Belohnung geeignet – sie sollten klein sein und wenig Kalorien enthalten. Eine gute Lagerung des Futters (kühl, trocken) reduziert Qualitätsverlust, gerade bei natürlichen oder getreidefreien Snacks. Die Gehorsamkeitssabhänigkeit von Leckerli kann mit einer Sucht nach ihnen gleichgesetzt werden. Bieten Sie daher in Ihrer Praxis ruhig ein leckerlifreies Training an, das lohnt sich auch dann, wenn der Futterbeutel einmal leer ist.

Tierbesitzer rundum versorgen

Werden Sie ein „Professional“ und versorgen Sie Tierbesitzer mit artgerechten Nahrungsergänzungsmitteln für den Menschen, verdienen dabei noch Euros, die Sie wieder in die Tiere investieren können. Ist der Mensch gesund, freut sich auch der Hund! Weitere Informationen dazu auf Seite 47.

 

Die Inhaltsstoffe der Leckerli sollten Ihnen bekannt sein und bei der Berechnung der Gesamtfuttermenge berücksichtigt werden.

Igelfütterung – warum Schnecken nicht geeignet sind

Viele im Herbst geschwächt aufgefundene Igel leiden an Parasitenbefall und Mangelernährung. Ein häufiger Grund dafür ist, dass sie in Notzeiten zu viele Schnecken fressen – eine vermeintliche, aber ungesunde Nahrungsquelle. Auch Menschen füttern Igel mitunter gutgemeint mit Schnecken, ohne zu wissen, dass dies ihrer Gesundheit erheblich schaden kann.

Parasitenübertragung
Schnecken können Parasitenlarven in sich tragen, die beim Verzehr auf den Igel übergehen. Diese können schwere Gesundheitsprobleme verursachen, z. B. Lungenwurmbefall, der für Igel sogar tödlich enden kann.

Keine bevorzugte Nahrung
Nacktschnecken machen nur einen sehr kleinen Teil der natürlichen Nahrung von Igeln aus. Gehäuseschnecken werden wegen ihres harten Panzers kaum gefressen.

Risiko bei schwachem Immunsystem
In Notzeiten fressen Igel vermehrt Schnecken Durch die Parasitenbelastung werden sie zusätzlich geschwächt, was ihre Immunabwehr beeinträchtigt.

Was Sie tun können

Nützliche Insekten fördern
Um Igeln zu helfen, sollte der Garten möglichst naturnah gestaltet werden. Heimische Pflanzen, Laubhaufen und Insektenverstecke (Insektenkeller) bieten Lebensraum für Käfer, Würmer und andere Insekten – die natürliche und gesunde Nahrung des Igels.

Spezielles Futter anbieten
Wenn ein Igel gefüttert werden muss, eignet sich protein- und fettreiches Futter wie feuchtes Katzenfutter (ohne Soße, Gelee, Gemüse) oder hartgekochte Eier.

Kein Schneckenkorn verwenden
Igel können vergiftet werden, wenn sie Schnecken fressen, die zuvor Schneckenkorn aufgenommen haben. Besonders Produkte mit Metaldehyd sind gefährlich und sollten im igelfreundlichen Garten nie eingesetzt werden.

Igel sind nachtaktive Insektenfresser. Sie ernähren sich von Käfern und ihren Larven, auch von Larven der Nachtschmetterlinge und Schnaken. Außerdem verzehren sie Spinnen, Hundertund Tausendfüßler, seltener Asseln und Aas. Bei fehlendem Nahrungsangebot weicht der Stachler auf Regenwürmer und Schnecken aus. Dies ist jedoch problematisch: Schnecken und Regenwürmer sind Überträger von Endoparasiten. Ein zu hoher Anteil auf der Speisekarte macht den Igel krank. Pflanzenteile werden vermutlich nur zufällig mit anderer Nahrung aufgenommen.