Traditionelle chinesische Medizin - Funktioniert auch bei Tieren
Unter TC(V)M versteht man ein überaus ganzheitliches Therapiekonzept. Die Akupunktur als Teil dieser wurde durch die WHO (World Health Organisation) als „empfehlenswerte Therapiemethode“ eingestuft. Sie kann als Mono- oder Zusatztherapie angewandt werden. Ihre Anfänge liegen etwa 4.000 Jahre zurück – dies lässt sich aufgrund archäologischer Funde bestätigen.
Die Prinzipien der TCVM
• Yin und Yang (häufig wird zum besseren Verständnis das Bild eines Berges herangezogen, die Schattenseite ist Yin und die sonnige, warme Seite Yang)
• die 5 Grundsubstanzen: - Qi (Lebensenergie)
- Xue (Blut)
- Jing (Essenz)
- Shen (Lebensgeist)
- JinYe (Körpersäfte)
• Zang-Fu ist die chinesische Bezeichnung für die inneren Organe, die in Verbindung mit den 12 Hauptmeridianen stehen
• die 5 Elemente bzw. Wandlungsphasen (Wuxing), die jeweils einem Element zugeordnet sind: - Wasser
- Holz
- Feuer
- Erde
- Metall
• die Beziehungen zwischen den Wandlungsphasen
- Sheng-Zyklus
- Ko-Zyklus
- Cheng-Zyklus
- Wu-Zyklus
In der Behandlung arbeitet man mit 6 Yin-Meridianen und 6 Yang-Meridianen sowie 8 außerordentlichen Meridianen.

Die wichtigsten Methoden der TCM sind Akupunktur, Moxibustion, Kräutertherapie, Tuina, Ernährungstherapie und Qigong.
Zur Diagnosestellung werden die Shu-Punkte herangezogen – das sind Punkte auf dem Blasenmeridian, die lateral der Wirbelsäule liegen – sowie die Mu-Punkte, also Alarmpunkte mit Bezug zum jeweiligen Organ, die sich in Organnähe befinden. Die Ting-Punkte liegen beim Pferd am Kronrand, bei Hund und Katze im Krallenfalzwinkel. Ausnahmen bilden die Punkte Pericard 9 und Niere 1. Diese sind beim Pferd in den Fesselbeugen der Vorder- und Hintergliedmaße, bei Hund und Katze palmar der Kralle der dritten Zehe der Vordergliedmaße sowie am proximalen Ende des großen Ballens der Hintergliedmaßen. Sie geben Aufschluss auf Fülle und Leerzustände der Leitbahnen und Zang-Fu. Schwierig wird die Beurteilung bei Rückenschmerzen, da diese die Reaktion der Shu-Punkte maßgeblich verändern und so falsche Diagnosen begünstigen können. Aus diesem Grund wird zusätzlich die Pulsdiagnostik angewandt. Dabei tastet man an der Arteria femoralis an der medialen Oberschenkelseite bei Hund und Katze bzw. an der Arteria carotis am Hals des Pferdes. Untersucht werden Stärke, Breite, Rhythmus, Frequenz, Länge und Qualität des Pulses. Eine weitere Möglichkeit bietet die Zungendiagnostik, die jedoch nicht immer einfach ist, da Tiere ihre Zunge ungern zeigen. Beim Hund kann das Hecheln, beim Pferd das Lecken am Salzleckstein zur Begutachtung genutzt werden. Bestimmte Zungenbereiche stehen in Beziehung zu den jeweiligen Zang-Fu. Farbe, Belag, Form des Zungenkörpers, das Vorhandensein von Pusteln oder Zahneindrücken geben dem Therapeuten Hinweise auf eingedrungene pathogene Faktoren. Darüber hinaus wird der Besitzer nach dem Trinkverhalten, Schweiß, Fütterung, Farbe und Form des Kots, Farbe und Menge des Urins sowie Häufigkeit des Wasserlassens befragt. Diese Angaben lassen sich bei Hund und Katze meist einfacher erheben als beim Pferd. Auch der Zeitpunkt des Auftretens von Problemen ist von Bedeutung, da sich mithilfe der Organuhr Rückschlüsse auf bestimmte Zang-Fu ziehen lassen.

CINDY SCHWARZ
Tierheilpraktikerin
TCVM, Homöopathie, Phytotherapie, Neurofasziale Regulationstechnik nach Reineke