Physiotherapie beim Pferd: Aus der Praxis für die Praxis
Die Physiotherapie beim Pferd als Therapie des Bewegungsapparates orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Tieres, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung festgestellt werden. Gefragt sind die pädagogischen und manuellen Kompetenzen des Therapeuten, wenn er mit Massagen, physiotherapeutischen Übungen und dem Setzen von neurologischen Reizen, oder z. B. mit Ultraschall arbeitet.
Anatomische Kenntnisse
Für die Tierphysiotherapie sind gute Kenntnisse der (funktionellen) Anatomie notwendig. Weiterhin müssen die Therapeuten Störungen des Bewegungsablaufs durch Ganganalysen erkennen können.
Auch Röntgenbilder sollten interpretiert werden können! Die Symptome werden einer Gesamtdiagnostik des Pferdes zugeordnet. Klassische Massagetechniken in Theorie und Praxis, Griffe und Techniken aus der Chiropraktik kommen therapeutisch zum Einsatz.
Ein Pferd ist kein Sportgerät
Wichtig ist, sich an den individuellen anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des Pferdes zu orientieren. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau und Stoffwechselvorgänge), andererseits auf ein besseres Verständnis des Pferdebesitzers für sein Tier und seine körperlichen und seelischen Befindlichkeiten ab. Die Verantwortung im Umgang mit dem Tier als Lebewesen und nicht als Sportgerät liegt nicht nur im Interesse des Pferdes, sondern auch im Interesse des Besitzers.
Gegebenenfalls wird die Therapie ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität). Sie fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität sowie die bewusste Wahrnehmung) des Pferdes. Das Ziel ist die Schmerzreduktion, besser noch die Schmerzfreiheit und die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der ganzen Gesundheit des Tieres.
In meinen Seminaren lehre ich schwerpunktmäßig die Anatomie und die Physiologie des Bewegungsapparates des Pferdes. In speziellen Präparationstagen werden die Teilnehmer Stück für Stück an die funktionelle Anatomie herangeführt. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass es den Absolventen zugute kommt, die Strukturen auch durch Präparate kennen zu lernen, sodass diese Strukturen dann auch direkt am Pferd ertastet und erkannt werden können.
Damit diese Grundsätze der Pferde-Physiotherapie auch in der eigenen Praxis umgesetzt werden können, wurde der Ausbildungsgang zum Pferde-Physiotherapeuten so geplant, dass alle Teilnehmer nach dieser Ausbildung eigenständig am Pferd arbeiten können.
Das Behandlungsspektrum kann in einem Aufbaukurs durch Neuraltherapie, Chiropraktik, Elektrische Impulse (Lasertherapie, Magnetfeldtherapie) und andere Maßnahmen durch Geräte und die Überprüfung und ggf. Korrektur der Ernährung des Pferdes erweitert werden.
Dirk Röse
Heilpraktiker und Tierheilpraktiker in Langwedel
Selbstständig in eigener Praxis
Tätikeitsschwerpunkte: Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Pferden, Ernährungstherapie für Kleintiere, Chiropraktik, Laser- und Kryotherapie, Blutegel- sowie Elektrotherapie
Dozent bei internationalen Weiterbildungsveranstaltungen im Großtierbereich für Bewegungsanalytik und Chiropraktik,
Dozent an den Paracelsus Schulen
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Alle Fotos: Ausschnitte aus dem praktischen Seminar zur Ausbildung zum Pferde-Physiotherapeuten
Weitere Infos zur Paracelsus-Ausbildung zum Pferde-Physiotherapeuten auf: www.paracelsus.de
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